Nach Todesfall: Himmelslaternen in der Kritik

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Siegen/Düsseldorf. Nach dem durch einen fliegenden Lampion ausgelösten Feuertod eines Zehnjährigen in Siegen werden erneut Forderungen nach einem Verbot der als „asiatische Himmelslaternen” bekannten Flugkörper laut.

Im Düsseldorfer Innenministerium werde derzeit nach einer Lösung gesucht, damit sich ein solcher Fall nicht wiederhole, sagte ein Sprecher am Freitag. Allerdings scheint ein Verbot trotz des tragischen Vorfalls nicht einfach zu sein. Im März sei ein Verbot der Bezirksregierung Düsseldorf vor dem Verwaltungsgericht gescheitert, sagte der Sprecher. „Das Gericht hat eine Änderung des Luftverkehrsgesetzes für nötig erachtet.”

Der Zehnjährige war in der Nacht zum Pfingstsonntag in einem brennenden Mehrfamilienhaus gestorben. Eine von einer Festgesellschaft gestartete Himmelslaterne hatte in der Luft Feuer gefangen und war auf einen Wintergarten gestürzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Teilnehmer des Familienfestes wegen des Verdachtes der fahrlässigen Brandstiftung und der fahrlässigen Tötung.

Dieser Fall gebe dem ganzen eine neue Dimension, sagte der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes NRW, Ralf Fischer. Er sprach sich für ein bundesweit einheitliches Verbot aus. „Das ist wie eine Brandbombe, wenn die Dinger runterkommen”, sagte er.

Das Land sei zu dicht besiedelt und es sei nur eine Frage der Zeit, wann das nächste Unglück passiert. In Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg seien die beliebten fliegenden Papier-Lampions bereits verboten. Sie werden mit einem kerzenähnlichen Brennmittel erhitzt und funktionieren wie ein Heißluft-Ballon. Auch in Nordrhein-Westfalen hatten Himmelslaternen neben dem Feuer in Siegen bereits mehrfach Brände ausgelöst.

Die Homepage wurde aktualisiert