Nach Mars-Experiment: Knickel vermisste Sonne und Natur

Von: dpa
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Oliver Knickel
Vermisste Familie, Lebensgefährtin und Natur: Der Bundeswehr-Hauptmann oliver Knickel (21) hat bei seiner 105-tägigen simulierten Mars-Mission auf viele Dinge verzichten müssen. Jeder Tag sei wie der andere gewesen, erzählt Knickel über diese Zeit. Foto: Oliver Berg

Köln. Bundeswehr-Hauptmann Oliver Knickel (29) hat bei seiner 105-tägigen simulierten Mars-Mission vor allem die Sonne und die Natur vermisst. „Ich weiß seitdem gewisse Kleinigkeiten besser zu schätzen - den blauen Himmel zu sehen oder die Vögel zwitschern zu hören”, sagte Knickel nach seiner Moskau-Rückkehr am Mittwoch in Köln.

In der russischen Hauptstadt hatte er bis Mitte Juli an dem aufsehenerregenden Experiment „Mars500” teilgenommen, bei der vor allem die körperlichen und psychologischen Effekte einer langen Isolation erforscht wurden. Er habe die Tests „heil und unbeschadet überstanden”.

„Eine der Hauptschwierigkeiten war die Monotonie”, erzählte der Fallschirmjäger-Offizier. Trotz einer täglichen Stunde Sport auf Laufband und speziellem Fahrrad, Experimenten und Abenden mit Schach und Kartenspiel mit dem französischen und den vier russischen Kollegen sei „ein Tag wie der andere” gewesen. „Die Zeit wird einem lang.”

Vermisst habe er Familie und Lebensgefährtin. Ernsthaften Streit oder Handgreiflichkeiten habe es in der Simulationscrew nicht gegeben. Ein Highlight sei gelegentlich „frisches Essen von der Erde” gewesen, nämlich Radieschen und Tomaten aus einem Bord-Gewächshaus. Sonst kam das Essen aus dem Beutel - nach „strengem Ernährungsplan”.

Knickel, der in Eschweiler bei Aachen stationiert ist, sieht mit Blick auf eine Mars-Erkundung „unglaubliche Möglichkeiten für die Menschheit”. Eine Besiedlung von Mars oder anderen Planeten könne eine sehr langfristige Perspektive sein.

Eine echte Mission zum Roten Planeten wird von der internationalen Raumfahrt in 30 bis 40 Jahren angestrebt und würde wohl zwei Jahre dauern. Knickel schließt nicht aus, sich auch für eine vergleichbare 520-tägige Simulation ab Frühjahr 2010 zu bewerben. Im jedem Fall werde er der Nachfolger-Crew beratend zur Verfügung stehen.

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