Nach Lkw-Unfall: A4 Richtung Aachen wieder frei

Von: Rudolf Müller und Marc Heckert
Letzte Aktualisierung:
000006a25249baa7_2016-10-10vu0012.JPG
In den Unfall waren drei Autos und ein Sattelschlepper verwickelt. Die Autobahn musste komplett gesperrt werden. Foto: Ralf Roeger
000006a45249baa7_2016-10-10vu0045.JPG
In den Unfall waren drei Autos und ein Sattelschlepper verwickelt. Die Autobahn musste komplett gesperrt werden. Foto: Ralf Roeger

Eschweiler. Ein schwerer Unfall auf der Autobahn 4 bei Eschweiler hat am gesamten Montag für ein Verkehrschaos gesorgt. Bis in die tiefen Abendstunden waren Fahrbahnen in Richtung Aachen gesperrt, es gab kilometerlange Staus. Erst gegen 23.30 Uhr waren die Unfallarbeiten abgeschlossen und die A4 auch in Richtung Aachen wieder völlig frei befahrbar.

Die notwendigen Umleitungen führten gleich am ersten Tag ihres offiziellen Bestehens die Eschweiler Umweltzone ad absurdum: Kolonnenweise wälzten sich Lastwagen aus halb Deutschland ungeachtet der Verbotsschilder durch die Stadt in Richtung Aachen.

Gegen 4.10 Uhr war es auf der A4 Richtung Aachen in Höhe der Raststätte Aachener Land zu dem folgenschweren Crash gekommen, bei dem der 35-Jährige schwer, ein Lkw-Fahrer leicht verletzt wurde. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen war der 35-Jährige mit seinem Pkw mit AC-Kennzeichen in Richtung Heerlen unterwegs gewesen, als er aus noch unbekannten Gründen die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und gegen die Mittelspurbegrenzung aus Beton prallte. Von dort wurde das Auto gegen den auf der rechten Spur fahrenden Sattelschlepper geworfen.

30 Tonnen Haarspray geladen

Durch die Wucht des Aufpralls gegen den Lkw wurde das Auto dann wiederum über die Mittelspurbegrenzung auf die Gegenfahrbahn katapultiert, wo es total beschädigt zum Stehen kam. Der Pkw-Fahrer erlitt schwere Verletzungen, konnte aber zumindest von Glück sagen, dass kein weiteres Fahrzeug in das plötzlich entstandene Hindernis krachte. Der Sattelschlepper geriet seinereits ins Schleudern, stürzte um und blieb auf der rechten und mittleren Fahrspur liegen. Der 54-jährige Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon. Zwei nachfolgende Fahrzeuge fuhren über die Trümmer des Unfalls und wurden ebenfalls beschädigt.

Der aus Ungarn kommende Sattelzug, der nach Großbritannien unterwegs war, war mit 30 Tonnen Haarspray beladen, abgepackt in 60.000 Sprühflaschen. Ein kleines Feuer brach aus, als bei der Schleudertour des Lkw entstandene Funken ausströmendes Gas im Anhänger in Brand setzten.

„Wir hatten enormes Glück, dass wir die Flammen mit drei Feuerlöschern schnell im Griff hatten“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Axel Johnen. Wären die gesamten Spraydosen in einer Massenexplosion hochgegangen, hätte das auch die unmittelbar benachbarte Tankstelle der Raststätte in Gefahr bringen können.

Bei der Überprüfung der Personalien der Beteiligten stellten die Beamten dann fest, dass der 35-jährige Eschweiler per Haftbefehl gesucht wurde – wegen „Erschleichens von Leistungen“, im Klartext: wiederholtem Schwarzfahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Derzeit bewachen Polizisten den Schwerverletzten“, teilte die Polizei mit.

Knapp elf Stunden waren die Eschweiler Feuerwehrleute auf der A4 gefordert. Dort mussten nicht nur rund 500 Liter Diesel aus den Tanks des Unfall-Lkw abgepumpt werden, auch die Ladung musste auf dem auf der Seite liegenden Kühlanhänger geborgen werden.

Vom Kreis Düren hatte die Wehr sich einen kleinen Radlader besorgt, mit dem sie in den Anhänger fahren konnte, wo Wehrleute die Zehntausenden von Sprayflaschen von Hand auf die Schaufel luden, um sie dann in Container umzuladen. Die Autobahnpolizei ließ derweil ein Ermittlungsteam aus Köln kommen, um den genauen Unfallhergang festzustellen.

Fahrbahn beschädigt

Die Autobahn musste zunächst in beide Richtungen voll gesperrt werden. Der Verkehr in Richtung Aachen wurde von der Polizei ab der Ausfahrt Eschweiler-West abgeleitet. Die Auffahrten Eschweiler-West und -Ost wurden in Richtung Aachen gesperrt.

Als sich herausstellte, dass die Fahrbahndecke der mittleren Fahrspur stark beschädigt worden war, platzte der ursprünglich für die Wiederfreigabe der A 4 angepeilte Termin 16 Uhr. Das Abfräsen der beschädigten Fahrbahn und das Auftragen einer neuen Asphaltschicht konnte schließlich am Montagabend erst kurz vor Mitternacht gegen 23.30 Uhr abgeschlossen werden. Ab diesem Zeitpunkt war auch die A4 in Richtung Aachen wieder frei befahrbar.

In Richtung Köln floss der Verkehr schon nach relativ kurzer Zeit wieder, nachdem der völlig zerstörte Wagen des 35-Jährigen abtransportiert worden war. Der Sachschaden an Fahrzeugen und Ladung dürfte sich auf mehrere Hunderttausend Euro summieren.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert