Nach Hallenbrand: Unverhoffter Schlag gegen professionelle Autodiebe

Von: Jan Mönch und Marlon Gego
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Brennende Halle in Gangelt: Das Feuer war schnell gelöscht, dann machte die Polizei einen unverhofften Fund: gestohlene Autos. Foto: Ralf Roeger

Gangelt/Aachen. Die Aachener Polizei verzeichnet seit Anfang des einen geradezu dramatischen Rückgang von Autodiebstählen. 135 gestohlenen Autos in den ersten beiden Monaten 2016 stehen 68 gestohlene Autos im Januar und Februar 2017 gegenüber. Die Zahl der versuchten Autodiebstähle sank in denselben Zeiträumen vom 65 auf 19.

Zu verdanken ist das wahrscheinlich auch der Neuorganisation des zuständigen Kommissariates der Aachener Polizei, doch der Erfolg hat auch eine Kehrseite: Denn die Aktivität der Autodiebe hat sich nicht nennenswert verringert. Nur der Tätigkeitsbereich hat sich verlagert, und zwar von Stadt und Altkreis Aachen Richtung Kreis Heinsberg.

Für diese These spricht, dass die dortige Polizei am Aschermittwoch einen spektakulären Fund in Gangelt machte, eine Gemeinde, die direkt an der niederländischen Grenze im Süden des Kreises Heinsberg liegt. Gegen 14.40 Uhr war zunächst die Feuerwehr in den Gemeindeteil Niederbusch gerufen worden, wo eine Lagerhalle in Flammen stand. Der Brand war schnell unter Kontrolle gebracht, und vermutlich wäre er zumindest für einen routinierten Feuerwehrmann nicht weiter der Rede wert, hätten nicht auffallend viele Autos in der Halle gestanden, die teils bereits den Flammen zum Opfer gefallen waren.

Nach Informationen unserer Zeitung war es so, dass die routinemäßig anwesenden Polizeibeamten misstrauisch wurden, und während die rund 70 Feuerwehrleute sich mit den Nachlöscharbeiten beschäftigten, prüfte die Polizei die Herkunft der Fahrzeuge. Die Heinsberger Kreispolizei bestätigte unserer Zeitung am Montag, dass nach jetzigem Stand der Dinge zumindest ein Teil der Fahrzeuge als gestohlen gemeldet war, man eine Ermittlungskommission eingerichtet habe und dass es inzwischen drei Festnahmen gab. Die Festgenommenen befänden sich in Untersuchungshaft.

Was alle weiteren Fragen betrifft, verweist Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken auf die laufenden Ermittlungen. Auch die genaue Zahl der gestohlenen Autos, die die Polizei in Niederbusch fand, wollte Frenken nicht nennen, um die Arbeit seiner Kollegen nicht zu gefährden.

Auch ohne offizielle Bestätigung lässt sich leicht ausrechnen, dass der Fund den ein oder anderen Polizeibeamten elektrisiert haben dürfte. Denn der Kreis Heinsberg ist aufgrund seiner Grenznähe und seiner vielen weitgehend ampelfreien Landstraßen ein ideales Tätigkeitsfeld für professionelle Diebesbanden vor allem aus Holland, was auch die Verlagerung der Bandentätigkeit von Aachen nach Heinsberg erklärt. Und die Lagerung einer größeren Zahl an Fahrzeugen in einer Halle, die von ihrem Eigentümer wohl vermietet worden war, ist ein eindeutiger Hinweis auf Bandenaktivität.

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