Nach Doppelmord in Düsseldorf führt Spur nach Hannover

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Nach Doppelmord führt Spur nach Hannover
Mit einem Foto aus einer Überwachungskamera sucht die Polizei in Düsseldorf nach Hinweisen auf eine unbekannte Frau im Zusammenhang mit einem Doppelmord (Handout). Nach dem mutmaßlichen Doppelmord an einem hochbetagten Rentnerpaar in Düsseldorf führt eine heiße Spur nach Hannover. Mit einer EC-Karte des Paares habe eine unbekannte Frau dort am 10. und 11. August 2010 an einem Automaten Geld abgehoben, weitere Abhebungen seien aus Griechenland erfolgt, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Foto: dpa

Düsseldorf. Nach dem mutmaßlichen Doppelmord an einem hochbetagten Rentnerpaar in Düsseldorf führt eine heiße Spur nach Hannover. Mit einer EC-Karte des Paares habe eine unbekannte Frau dort am 10. und 11. August an einem Automaten Geld abgehoben, weitere Abhebungen seien aus Griechenland erfolgt, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Insgesamt seien 7000 Euro verschwunden. Bei der Suche nach den Mördern könnte den Ermittlern allerdings der Datenschutz zum Verhängnis werden: Weil die Leichen erst Wochen nach der Tat entdeckt wurden, sind die Fotos der Geldabheberin aus dem Geldautomaten bereits gelöscht.

„Die werden nur kurze Zeit gespeichert”, sagte Staatsanwalt Uwe Kessel am Mittwoch. Deswegen stehen den Ermittlern nur vergleichsweise schlechte Aufnahmen einer Deckenkamera zur Verfügung. Darauf ist eine südländisch wirkende Frau mit Kopftuch und sportlicher Bekleidung zu sehen.

Wegen der Geldabhebungen aus Griechenland schalteten die Ermittler Interpol ein. Die Leichen der 91-jährigen Frau und ihres 86-jährigen Partners waren in der gemeinsamen Wohnung entdeckt worden. Nachbarn hatten Verwesungsgeruch in dem Acht-Parteien-Haus bemerkt. Als Polizei und Feuerwehr am vergangenen Samstag die nur zugezogene Wohnungstür mit einem Draht öffneten, entdeckten sie die Leichen bekleidet im Bett liegend.

Bei der Obduktion entdeckten Rechtsmediziner an beiden Leichen schwere Verletzungen des Brustkorbs, verursacht durch massiven Druck. Zuletzt waren die Rentner Ende Juli bei einem Arztbesuch lebend gesehen worden. Beide waren gehbehindert und lebten sehr zurückgezogen.

Erst im Juni waren in Düsseldorf ein 82-jähriger Rentner und dessen 39-jährige Tochter Opfer eines Doppelmordes geworden. Auch dieser Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Die Ermittler sehen keinen Zusammenhang: Bei der Tat im Juni hatten zwei flüchtige Killer die Opfer mit Kopfschüssen aus einer Schalldämpfer-Pistole umgebracht. Ihre Stimmen sind auf einem Polizei-Tonband aufgezeichnet, weil die 39-Jährige vor ihrer Erschießung noch mit ihrem Handy den Notruf wählte, ohne etwas sagen zu können.
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