Radarfallen Bltzen Freisteller

Nach dem Skandal: „In der Kirche wird aufgepasst“

Von: Rauke-Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ein Fünftel ist bereits geschult, weitere 12.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, die im Bistum Aachen regelmäßig oder nur sporadisch Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, werden bis Sommer 2014 in der Prävention von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt geschult.

„Damit sind wir eine Nasenlänge weiter als andere Gruppierungen in Deutschland“, sieht Generalvikar Manfred von Holtum einen Lerneffekt seiner Kirche nach dem Vertrauen erschütternden Missbrauchsskandal. Das Signal soll eindeutig sein: „In der Kirche wird aufgepasst.“

Dabei geht es zum einen darum, Hinweise auf sexuellen Missbrauch zu erkennen sowie bei Verdachtsfällen richtig zu reagieren – angemessen, unaufgeregt und besonnen. Das heißt kirchliche, aber auch andere Hilfs- und Beratungsstellen aufzusuchen und die Staatsanwaltschaft hinzuzuziehen. Dafür erhalten alle Teilnehmer einen Leitfaden zum Umgang mit Hinweisen auf sexuellen Missbrauch.

Gleichzeitig soll den Mitarbeitern Verhaltenssicherheit gegeben werden. „Viele sehen sich nach der Missbrauchskrise einem Generalverdacht ausgesetzt. In den Schulungen klären sie, welches emotionale Bedürfnis in ihnen selbst wohnt. Dann kann auch dem Verhalten jeder Verdacht entzogen werden“, hat Domkapitular Heiner Schmitz, als Leiter der Hauptabteilung Pastoralpersonal im Generalvikariat auch zuständig für die Betreuung der Priester, in seiner eigenen Schulung erfahren.

Geschult werden alle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben – vom Küster und der Pfarramtssekretärin über Erzieherinnen, Lehrer und Pastoralreferenten bis zum Priester. In die Curricula der Ausbildung von Priestern, Pastoral- und Gemeindereferenten sowie Erziehern hat das Thema ebenfalls Eingang gefunden. Die Schulung ist für das hauptamtliche Personal, aber auch für Ehrenamtliche – Katecheten, Mess­dienerleiter, Freizeitbegleitungen – verpflichtend. „Die anfängliche Skepsis über die verpflichtende Teilnahme hat sich in positive Stimmung verwandelt“, meint Karl-Heinz Wassong, bischöflicher Beauftragter zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bistum. Besonders die positiven Rückmeldungen von Eltern motivierten die Mitarbeiter.

In einem zweiten Schritt sollen die Bereiche, in denen sich kirchliche Einrichtungen um schutzbefohlene Erwachsene kümmern, einbezogen werden – etwa Krankenhäuser, Altenheime und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Wassong: „Dann sprechen wir über 30.000 bis 40.000 Personen, die für das Thema Prävention von sexueller Gewalt sensibilisiert werden.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert