Nach Bombendrohung: Hunderte Schüler müssen Realschule räumen

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
Bombendrohung Geilenkirchen
Das Gelände der Realschule wurde durch die Polizei weiträumig abgesperrt. Foto: Udo Stüßer
Bombendrohung Geilenkirchen
Das Gelände der Realschule wurde durch die Polizei weiträumig abgesperrt. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Zwei Wochen nach der Bombendrohung im Übach-Palenberger Pädagogischen Zentrum musste am Montag die Geilenkirchener Realschule am Gillesweg evakuiert werden. In einem Raum der Schule wurde eine schriftliche Bombendrohung gefunden. Daraufhin evakuierte Schulleiter Peter Pauli sofort das Gebäude und informierte die Polizei.

Die rund 375 Schüler und 30 Lehrer mussten sich über einen kleinen Pfad zwischen Realschule und Tennisplatz zum Wurmweg und damit aus der möglichen Gefahrenzone bewegen.

Die Polizei sperrte weiträumig das Gelände ab. Der Gillesweg wurde gesperrt, außerdem die Martin-Heyden-Straße ab Gillesweg. Anschließend durchsuchte die Polizei das gesamte Gebäude. Später wurden Sprengstoffspürhunde hinzugezogen. Eine erste Durchsuchung hatte keinen Hinweis auf gefährliche Gegenstände ergeben. Ein Sprengsatz wurde nicht gefunden, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Sie geht davon aus, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Schüler bestanden hat. Bis zum Abend hatte die Polizei noch keine Hinweise auf den oder die Täter. Sie hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

Straftat mit erheblichen Folgen

Während die Schüler sich auf dem Wurmweg aufhielten – manche nutzten die Zeit für ein Sonnenbad, andere vertrieben sich die Wartezeit mit ihrem Handy – kamen etliche Eltern auf die Martin-Heyden-Straße und wollten zu ihren Kindern. Der Zugang zum Wurmweg wurde ihnen verwehrt, da die Polizei den ganzen Bereich abgesperrt hatte.

Manche Eltern suchten über Handy Kontakt zu ihren Kindern. So auch Diana Rose aus Geilenkirchen, deren elfjährige Tochter Anna die fünfte Klasse der Realschule besucht. „Meine Tochter hat mir eine SMS geschrieben. Sie hat geschrieben, dass es eine Bombendrohung gab“, sagt sie. „Wenn man das liest, ist man natürlich besorgt, jetzt aber bin ich beruhigt, weil ich weiß, dass mein Kind in guten Händen ist“, fügt die wartende Mutter hinzu.

Dass die Kinder ihre Schultaschen und andere persönliche Dinge bei der schnellen Evakuierung in der Schule zurücklassen mussten, ist ihr in dem Moment natürlich egal. „Wichtig ist doch, dass das Kind gesund nach Hause kommt.“ Andere Eltern blieben nicht ganz so ruhig: „Es kann doch nicht sein, dass wir Eltern nicht informiert werden“, schimpfte eine besorgte Mutter, die ihre Informationen aus dem Internet hatte.

Gegen 12.15 Uhr durften die Schüler den Wurmweg verlassen, viele allerdings nicht über den gewohnten Heimweg vorbei am Gillesweg in Richtung Innenstadt, sondern in Richtung Berliner Ring. Immer wieder sah man deshalb Mädchen und Jungen, die per Handy ihre Eltern baten, sie doch mit dem Auto am Tennisplatz abzuholen. Am Nachmittag wurde die Schule von der Polizei wieder freigegeben. Der Unterricht findet am heutigen Dienstag also planmäßig statt.

Angela Jansen, Sprecherin der Heinsberger Polizei, betonte am Montag, dass es sich bei einer Bombendrohung um eine Straftat mit erheblichen finanziellen Folgen handelt, auch wenn der Täter noch ein minderjähriger Schüler ist. Auch wenn dieser noch strafunmündig sei, könnten die Eltern zur Kasse gebeten werden. Dies werde derzeit auch im Fall Übach-Palenberg geprüft. Hier hatte man festgestellt, dass ein Zwölfjähriger Urheber der Bombendrohung war.

Zeugen, die Hinweise auf den oder die Täter geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei in Heinsberg zu melden.

Leserkommentare

Leserkommentare (10)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert