Nach Anschlagsdrohung: Geldstrafe für Angeklagte

Von: hau
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In der Scheune war offenbar kurz zuvor ein Feuer ausgebrochen. Das Gehöft wurde abgeriegelt, Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort, ein Helikopter kreiste über der Ortschaft. Foto: Günter Jungmann

Maastricht. Viel Lärm um wenig: Zwei Männer, die im Klima zunehmender Terrorfurcht bei einem aus dem Ruder gelaufenen Scherz die Worte „Islam IS“ verwendeten, sind jetzt vor einem Gericht in Maastricht glimpflich davongekommen.

Sie wurden lediglich zu Geldstrafen verurteilt.

Im November 2015 war das deutsch-niederländische Grenzgebiet in den Fokus der Polizei geraten. Bei einem großangelegten Einsatz unmittelbar an der deutschen Grenze bei der Gemeinde Selfkant nahm ein niederländisches Spezialkommando der Polizei die beiden fest. Kampfmittelexperten untersuchten eine Scheune im Grenzort Susteren, die Hintergründe waren zunächst unklar.

In der Scheune war offenbar kurz zuvor ein Feuer ausgebrochen. Das Gehöft wurde abgeriegelt, Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort, ein Helikopter kreiste über der Ortschaft. Der Polizei war gegen 12 Uhr ein verdächtiger BMW nahe der Autobahnabfahrt Roosteren gemeldet worden.

Der Wagen stand verlassen auf einem Feldweg. Etwa 40 Minuten später wurden Raketen abgefeuert und wurde ein Brand in der Scheune in der nahegelegenen Ortschaft Baakhoven gemeldet, ein Mann wurde in einem Karnevalskostüm gesichtet. Die Autobahn A2 wurde in beide Richtungen geschlossen.

Dennoch wurden ein 32-Jähriger aus Brunssum und ein 46-Jähriger aus Hoensbroek, alias „Dombo en de Kickker“, vom Gericht in Maastricht vom Vorwurf der Terrordrohung und des Notrufmissbrauchs freigesprochen, für beide gebe es nicht genügend Beweise.

So ist unklar, wer den Anruf in der Alarmzentrale tätigte, auch eine Stimmerkennungsuntersuchung bracht keine Sicherheit. Zu einer Geldstrafe von jeweils 250 Euro wurden die Angeklagten wegen des Besitzes von illegalem Feuerwerk verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Strafe von einem Jahr zur Bewährung und 240 Arbeitsstunden gefordert. Sie überlegt nun, ob sie gegen das Urteil in Berufung geht.

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