Nach 36 Jahren auf der Suche nach der leiblichen Mutter

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Vincent van Moesdijk wurde vor dem Kloster in Weert ausgesetzt. Es wird vermutet, dass er deutscher Abstammung ist. Foto: Müeller

Aachen. „Sehr einsam” fühle er sich, wenn er darüber nachdenke, dass er ein Findelkind ist, sagt Vincent van Moesdijk. Vor rund 36 Jahren, am 17. Oktober 1972, war er als Neugeborenes in einem Körbchen vor dem Kloster im niederländischen Weert ausgesetzt worden. Die Nabelschnur des etwa zwölf Stunden alten Säuglings war mit schwarzem Bindfaden verschlossen.

Die Fabrikate der Babykleidung, der Windeln und des Kissens in dem Körbchen sprachen dafür, dass es sich um eine deutsche Mutter gehandelt haben könnte, möglicherweise aus dem benachbarten Kreis Heinsberg oder aus Mönchengladbach. Ob diese Vermutung stimmen könnte, dieser Frage will Vincent nachgehen.

Der 36-Jährige wandte sich an den niederländischen Fernsehsender Tros. In dessen Format „Vermisst” wird sein Fall am Freitag um 22 Uhr auf dem Kanal Nederland 1 vorgestellt. Für die Aufnahmen kehrte Vincent an den Ort, an dem er gefunden wurde, zurück. Sogar den Pater, der ihn damals fand, traf er dort an.

„Ich hatte mir vorgenommen, dir eines Tages, wenn ich dich noch einmal sehen würde, sage: Ich hab´ dich von der Straße geholt”, sagte der Pater und schloss Vincent in die Arme. Der war zu Tränen gerührt: „Für eine Stunde bist du mein Vater gewesen”, antwortete er.

Vincent wurde nach dem Schutzpatron der Kinder benannt. Seinen Nachnamen erhielt er nach dem Viertel in Weert, in dem sich das Kloster befindet. Nachdem er in einem Krankenhaus untersucht und für gesund befunden worden war, kam er zu Adoptiveltern. Sie nannten ihn dann Niek van Daal. Er wuchs in Elsloo, nördlich von Maastricht, auf. Er machte eine Ausbildung zum Kranmaschinisten; auf Schwerstlasten ist er spezialisiert.

Seit kurzem wohnt er mit seiner Freundin in Bleiswijk bei Rotterdam. „Meine Freundin und ich würden gerne ein Kind bekommen. Dann fängt man an, Dinge zu hinterfragen. Deshalb möchte ich meine Mutter finden”, sagt Vincent. Es ginge ihm nicht darum, mit ihr abzurechnen. „Es gibt einfach Dinge, die ich nicht begreife”, sagt er. Mehr über die Lebensumstände, in der sie sich befand, wolle er wissen. „Ob sie vielleicht sehr jung, sehr arm oder streng katholisch gewesen sei”, fügt er hinzu.

Weitere Informationen und ein Video zu Vincent gibt es auf der Homepage des Fernsehsenders Tros. Hier gibt es auch die Möglichkeit, in einem Kontaktformular Hinweise auf die leibliche Mutter von Vincent zu geben.
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