Mythos Bolzplatz: Wo der Fußball sein Zuhause hat

Von: Bernd Büttgens
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Irgendwo in Köln, ein Hinterh
Irgendwo in Köln, ein Hinterhof. Sauber eingepasst: der Bolzplatz. Carl Brunn fotografiert landauf und -ab die unverwechselbaren Spielfelder. Ab Mittwoch zeigt er sie in einer Ausstellung in Köln. Foto: Carl Brunn

Aachen. Seine Leidenschaft gilt dem Fußball, vor allem dann, wenn er den etwas anderen Blick von der Seite auf den Kampf ums Leder richten kann. Seine Profession ist die Fotografie. Und so trifft es sich natürlich, dass der Aachener Fotograf Carl Brunn ab Mittwoch bis Sonntag in Köln seine ebenso skurrile wie sehenswerte Serie von Bolzplatz-Bildern zeigt.

Im Rahmen des Kölner Popdesignfestivals (pdf) stellt Brunn seine Arbeiten aus. Das Prinzip: Die Kölner Designerszene stellt Kunst in flotten alternativen Läden aus. So wird Brunn seine Bolzplätze in der „Herrenbude” und im „Rock it Baby” an der Rothehausstraße 4, zeigen.

Das „pdf” hat sich im Kölner Kultur- und Subkultur-Viertel Ehrenfeld ad hoc etabliert als ein eigenständiges urbanes Festival, als Plattform für Pop- und Designkultur im Crossover von Design, Ökologie, Musik, Film, Fotografie, Mode und vielen Kunstformen mehr.

Die „Herrenbude” macht in Männermode - und um Männer geht es natürlich auch auf den Bolzplätzen, die Brunn ablichtet. Große Männer, kleine Männer, klar, ein paar Mädchen sind nicht nur in diesen Tagen vor der Frauen-WM auch dabei. Denn auf den etwas anderen Kickerfeldern geht es noch bodenständig zur Sache.

Der Gegenentwurf

„Bolzplätze sind etwas andere Blickfänge”, sagt Brunn. „Oft sind sie heruntergekommen, vielfach ist Improvisation Trumpf. Ich habe auch Plätze gesehen, auf denen Bäume standen.” Für Brunn sind die Bolzplätze der Gegenentwurf zur gestylten Soccerhalle, erst recht zum modernen Stadion.

Lange war der Aachener Fotograf, dessen Fußballbilder bisweilen nicht nur unsere Sportseiten, sondern auch die der Kultmagazine „In der Pratsch” oder „11Freunde” zieren, unterwegs, um die urigen Orte zu fotografieren. Auf Bolzplätzen wie diesen starteten schon große Karrieren.

Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln, Aachen, Serooskerke. Mal gehts von Tor zu Tor steil bergauf, mal flattern zwischen den Pfosten alte Plastikplanen. Hier wurde das Tor aus alten Holzpfosten gezimmert, und dort steht das Gehäuse in knöcheltiefem Sand. Eins haben alle Brunn-Bolzplätze gemein: Sie sind unverwechselbar schön.

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