Düsseldorf - Mutmaßlicher Geiselnehmer vor Gericht

Mutmaßlicher Geiselnehmer vor Gericht

Von: dpa
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Düsseldorf. Ein mutmaßlicher Geiselnehmer muss sich seit Donnerstag vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Der 21-Jährige soll seine Freundin vor einem halben Jahr in Ratingen als Geisel genommen und mit einem Teppichmesser schwer verletzt haben.

Ein Polizist hatte den 21-Jährigen mit mehreren Schüssen gestoppt und ihm in Brust und Hand geschossen. Er habe „nur aus der Situation herauskommen” wollen, ließ der Angeklagte am Donnerstag über seinen Verteidiger erklären. Die Todesdrohungen gegen die Frau habe er nicht ernst gemeint, die Verletzungen habe sie sich selbst zugefügt, weil sie ins Messer gegriffen habe. Er selbst sei außer Kontrolle gewesen. Sie hätten Beziehungsprobleme gehabt. Er habe nur eine Erklärung von ihr gewollt.

Laut Anklage war er über den Balkon in die Wohnung der 24-Jährigen eingedrungen, hatte ihr den Kopf auf den Boden geschlagen und sie auf die Straße gezerrt. Als Polizisten mit gezogener Waffe auf ihn zugekommen seien, habe er Angst bekommen, erklärte der Gelegenheitsarbeiter. Mit mehreren Schüssen hatte ein Polizist am 7. Mai das blutige Beziehungsdrama nachts beendet.

Der 21-Jährige hatte zur Tatzeit wegen einer früheren Straftat unter Bewährung gestanden. Auch gegen seine Ex-Freundin war er bereits früher gewalttätig geworden. Für die Beamten war es bereits der dritte Einsatz in der Nacht in gleicher Sache. Schon zweimal zuvor hatte die Frau die Polizei zur Hilfe gerufen. Beide Male versteckte sich der Mann und kehrte kurze Zeit später wieder zur Wohnung zurück. Der dritte Versuch, in die Wohnung einzudringen, gelang. Dem mutmaßlichen Geiselnehmer drohen nun bis zu 15 Jahre Haft.

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