Mut, Energie, Kreativität: Zum 90. Geburtstag von Kaspar Vallot

Von: Bernd Mathieu
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Viele Artikel, eine Schreibmaschine: Der langjährige „Nachrichten“-Chefredakteur Kaspar Vallot in seinem Haus in Monschau. Foto: Stollenwerk

Monschau. Am Donnerstag wird er 90 Jahre alt. Kaspar Vallot feiert diesen besonderen Geburtstag in seiner Heimat, in Monschau. Der langjährige Chefredakteur der „Aachener Nachrichten“ war und ist ein engagierter, entscheidungsfreudiger und meinungsstarker Journalist.

Diesen Beruf kennt er in zahlreichen Facetten – als lokaler Reporter und Redakteur, als Leiter der Lokalredaktion der „Eifeler Nachrichten“ in Monschau und der „Aachener Nachrichten“ in Aachen, schließlich als erfolgreicher Chefredakteur der ersten deutschen Nachkriegszeitung von 1973 bis 1983. Kaspar Vallot ist ein Kind unserer Region, geboren am 30. Juli 1925 in Kohlscheid, Schüler des Kaiser-Karls-Gymnasiums Aachen, Lokaljournalist in der Nordeifel.

Kaspar Vallot schrieb auf den Punkt, kommentierte pointiert, vermied jede oberflächliche Rhetorik. Er hatte etwas zu sagen, und das formulierte er präzise! Keine falschen Rücksichten, keine anbiedernde Kumpanei, sondern ein unabhängiger Journalist: Das hat ihn immer geprägt und ausgezeichnet.

Stets interessierte er sich auf hohem Niveau für zeitgenössische Kunst. Mit Klaus Honnef, damals im Feuilleton der „Aachener Nachrichten“ ein exzellenter und kompetenter Kollege, initiierte Kaspar Vallot 1970 in Monschau die aufsehenerregende Ausstellung „Umwelt-Akzente“, eine Freiluft-Performance mit 39 Künstlern von beachtlicher Provenienz, darunter HA Schult, Dick Higgens, Günther Uecker und Daniel Buren. Das war von den beiden Journalisten ein starkes Stück! Ein atemberaubendes Beispiel von Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Kleinstädtchens. So viel Dynamik, so viel Experiment, so viel Mut, so viel Energie, so viel Kreativität, so viel Ästhetik, so viel Neues: Was für eine Vielfalt! Derart Ungewöhnliches nun gerade in der Eifel zu wagen, adelt den Initiator Kaspar Vallot heute noch. Ja: Journalisten sind zu allem fähig – zu fast allem!

1971 gelang es ihm und seinen Mitstreitern, Christo nach Monschau zu holen. Der verpackte Burg und Haller-Ruine. Ein grandioses Ereignis.

Kaspar Vallot interviewte die Großen wie Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher und Helmut Schmidt, aber er war stets ein bodenständiger Zeitzeuge seiner lokalen Umgebung. Über das Monschauer Land hat er eine 104-teilige historische Serie geschrieben. Dieser Kollege hat immer etwas gewagt, ein Individualist, ein Freund seiner Leserinnen und Leser, ein Kenner und Könner. Herzlichen Glückwunsch!

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