Mussinghoff fordert mehr Wachsamkeit füreinander

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Bischof Heinrich Mussinghoff hat Freitagabend die feierliche Christmette im Aachener Dom zelebriert. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Auf, lasst uns nach Bethlehem gehen”, sagten die Hirten in der Heiligen Nacht, als sie die Botschaft erhielten, dass dort in einer Krippe im Stall das göttliche Kind zu finden sei. „Auf, lasst uns nach Bethlehem gehen”, war auch das zentrale Thema der Predigt von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff in der Christmette am Heiligen Abend im Aachener Dom.<br />

Unter festlichem Geläut der Glocken des Münsters folgten mehr als 1200 Gläubige eiligen Schrittes der Einladung „selbst wie die Hirten zu werden, den Weg zu suchen und das Kind zu erkennen, das in der Feier der Eucharistie gegenwärtig wird”. Auch der russisch-orthodoxe Archimandrit Josif Pustoutov nahm an der Christmette teil.

Wo aber verläuft der Weg nach Bethlehem? Die Antwort sei im Weihnachtsevangelium zu finden, hieß es in der Predigt.

„Die Hirten lagerten auf freiem Feld und waren wach. Sie waren nicht voller Geschäfte, Besorgungen und Notwendigkeiten, nicht vollgestopft mit Vorurteilen und Besserwisserei, betäubt durch Geschäfte und Pflichten. Ihr Herz war wach. So konnten sie die Botschaft des Engels in dieser heiligen Nacht hören.” Was aber ist mit uns heute? Sind wir frei, ist unser Herz wach, um die Aufforderung zu hören und uns in Freude auf den Weg zu Jesus Christus zu machen? Alles, was Herz und Füße bleischwer mache, falle dann ab.

Fragen, Zweifel und Probleme seien damit dennoch nicht gelöst. Wichtig bleibe der Schutz des ungeborenen Lebens, die Sorge um die Kranken, Armen und Bedrängten, die Pflicht der Vorsorge gegen eine kommende Wirtschaftskrise, das beherzte Aufgreifen der Notlage von Migranten, die Verwirklichung der Bildungsgerechtigkeit und das Eintreten für den Frieden. Das hilflose Kind der heiligen Nacht rühre unser Herz, um die materielle und geistige Not sowie die Armut vieler Menschen heute zu sehen und zu helfen. So war auch die Kollekte der Christmette für Adveniat bestimmt.

Die kirchenmusikalische Gestaltung, unter der Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet, ließ die Gläubigen gebannt und in sich gekehrt lauschen. Die begnadeten Stimmen der Solisten und des Domchores, instrumental begleitet von Domorganist Norbert Richtsteig und dem Domorchester, ließen die Nicolai-Messe von Joseph Haydn, das „In dulci jubilo” und „Stille Nacht” zu einem beeindruckenden, konzertanten Erlebnis sakraler Musik werden.

Im Schein der 48 Lichter des Barbarossaleuchters erstrahlten glänzend die sanierten Mosaike und die majestätische Architektur des Weltkulturerbes Aachener Dom. Festtagsstimmung erfasste die Menschen. Beifall brandete am Ende der zweistündigen Christmette auf.
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