Mussinghoff betont das „Leben im Wandel”

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Bischof Heinrich Mussinghoff
Bischof Heinrich Mussinghoff während der Zeremonie im Aachener Dom. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. In die Stille des vorsommerlichen Karsamstagabends hinein knisterte und flackerte im Domhof das Osterfeuer. Hier begann die Feier der Osternacht mit Bischof Heinrich Mussinghoff und Geistlichen des Domkapitels.

Ostern muss heißen: Das Leben wandelt sich. Diese Aussage bildete den Tenor der Predigt Mussinghoffs. „Täglich soll das Licht unseres Glaubens, unserer Hoffnung und unserer Liebe entflammen, damit wir Zeugen der Auferstehung Christi sind„, sagte er wörtlich. Aber Ostern könne nicht nur heißen, es gäbe ein Leben nach dem Tod. Das klinge wie eine Vertröstüng. „Ostern muss heißen: Das Leben hier wandelt sich, ich sterbe hier nicht nur viele Tode - den Tod der Beziehungslosigkeit, der Ablehnung und Enttäuschungen, sondern ich kann aus diesen Toden wieder auferstehen”, so der Bischof.

Hier und jetzt sei zu erleben, wie Steine weggewälzt werden von den Gräbern meiner Angst, meiner Einsamkeit, meiner Resignation, aber auch Steine, die auf unserem kirchlichen Leben lasten, wenn wir nur die Belastungen durch Umbrüche in den Pfarrgemeinden erleben und nicht auch den Aufbruch zu mehr Gemeinschaft und missionarischer Pastoral. Solche Ostererfahrungen der Wandlung des Lebens habe vor mehr als 250 Jahren auch Georg Friedrich Händel gemacht, der sich nach einem Schlaganfall wie in einem „unsichtbaren Grabe” befunden habe, nach einer Kur in Aachen geheilt, aber wieder den „Messias” komponieren konnte.

Mussinghoff berichtete auch über einen jüdischen Freund, der sechs Jahre im Konzentrationslager Auschwitz gefangen war. Als er ihn gefragt habe, welchen Stellenwert die Auferstehung im jüdischen Glauben und in seinem Leben habe, habe er geantwortet: „Ich glaube daran. Ich bin auferstanden am 4. Mai 1945, dem Tag der Befreiung aus dem Lager”.

War es vor dem Domportal nur ein kleiner Kreis Gläubiger, der an der Segnung des Osterfeuers und an der Entzündung der Osterkerze teilnahm, so hatten sich bereits im Dominnern, das in tiefer Dunkelheit lag, etwa eintausend Christen versammelt, um an der nächtlichen Liturgie teilzunehmen, die an das österliche Heilswerk Christi erinnert. Nur langsam erhellte sich das Münster beim Einzug der Geistlichen und Ministranten, die an drei Stationen verharrten, um zum Gesang des „Lumen Christi” an der Osterkerze ihre Kerzen zu entzünden, mit denen sie dann auch die eintausend Lichter der Gläubigen zum Erstrahlen brachten.

Andächtig lauschten die Anwesenden dem Osterlob, das Domvikar Wilhelm Derichs von der Heinrichskanzel herab vortrug sowie den Lektoren der fünf Lesungen, in denen die Erschaffung der Welt, der Bund Gottes mit dem Volk der Israeliten bis hin zur Menschwerdung Christi geschildert werden. Noch schwieg die Orgel und a cappella wechselten sich Domkapellmeister Berthold Botzet als Kantor und die Gemeinde beim Gesang von Kirchenliedern aus vier Jahrhunderten ab.

Erst beim Gloria erstrahlten die Mosaike wieder in hellem Licht und mit machtvollen Orgelimprovisationen leitete Domorganist KMD Norbert Richtsteig zur Feier der Eucharistie über. Nach der Segnung des Taufwassers durch den Bischof erneuerten die Gläubigen ihr Taufversprechen und wurden von Mussinghoff mit dem geweihten Taufwasser gesegnet.
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