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Musikhochschule: Viel Beifall für eine gelungene Talentprobe

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Auf hohem Niveau: das Chor- und Orchesterkonzert der Musikhochschule in der Aachener Kirche St. Johann. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eine Uraufführung, ein vokales Prunkstück von Mozart und Beethovens frühe Messe in C-Dur sorgten für eine bunte Mischung im jüngsten Chor- und Orchesterkonzert der Aachener Musikhochschule, an dem sich wiederum der Chor der Musikschule, Ars Cantandi, beteiligte.

Dessen Leiter Hermann Godland dirigierte an drei Abenden, zuletzt in der voll besetzten Kirche St. Johann in Aachen, als Herzstück der Konzerte Beethovens Messe aus dem Jahre 1807.

Godland legte nachdrücklichen Wert auf starke dynamische Kontraste, die bei höheren Lautstärkepegeln die Akustik der Kirche auf eine harte Probe stellten. E.T.A. Hoffmanns 1813 geäußerte Überraschung vom „Ausdruck eines kindlich heiteren Gemüths“ ist in heutigen Interpretationen nicht mehr nachzuvollziehen. Auch bei Godland nicht. So sanft er die lyrischen, nach Frieden und Harmonie drängenden Teile gestaltete (Kyrie, Sanctus, Dona nobis pacem), so pointiert charakterisierte und profilierte er die stilistisch differenzierten Teile der zentralen Stücke, also des Glorias und des Credos.

Es spricht für die vorzügliche Probenarbeit Godlands, dass die teilweise anspruchsvollen Chorpartien inklusive der Fugen sicher, intonationsstabil und trotz einiger dynamischer Schärfen klangschön gelangen. Und es ehrt die Arbeit der Musikhochschule, dass mit Maria-Eunju Park (Sopran), Eva Nesselrath (Alt), Soon Wook Ka (Tenor) und Andrej Akhmetov (Bass) das Solistenquartett aus eigenen Studentenreihen recht homogen besetzt werden konnte. Eine Kostprobe des hohen vokalen Niveaus bot zuvor bereits die Sopranistin Laura Lietzmann, die Mozarts Solo-Motette „Exsultate jubilate“ mit all ihren technischen Fallstricken erstklassig meisterte.

Artistische Koloraturen im „Alleluja“ brachten sie ebenso wenig in Verlegenheit wie lange Melodiebögen im Andante. Hier führte Prof. Herbert Görtz, Direktor Aachener Musikhochschule, den Dirigentenstab, und der sorgte bei Mozart für viel Drive, der sowohl die junge Sängerin als auch das von ihm betreute Kammerorchester der Musikhochschule zu beflügeln schien. Gleichzeitig bot das vitale Mozart-Opus einen deutlichen Kontrast zum Eingangswerk des kurzweiligen Abends, der Uraufführung einer Komposition der niederländischen Dozentin am Aachener Institut, Cynthie van Eijden. An ihren Lehrer Wolfgang Rihm erinnerte in ihrer knapp gefassten Arbeit „Landschaft mit Landschaft hinter dem Horizont“ allerdings wenig. Zu hören war ein effektvolles Klanggemälde in tonalen Bahnen, farbig wie Filmmusik, das einen zusätzlichen Reiz durch den Einsatz eines Gitarrenquartetts erhielt.

Mit den Musikern des ebenfalls in Aachen studierenden Cologne Guitar Quartet erinnerte Görtz zugleich an das hohe Niveau der Aachener Gitarren-Abteilung. Viel Beifall für eine wiederum rundum gelungene und erfreuliche Talentprobe des studentischen musikalischen Nachwuchses aus Aachen.

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