Aachen - Musikbunker: Antilopen Gang bringt die Masse zum Tanzen

Musikbunker: Antilopen Gang bringt die Masse zum Tanzen

Von: ik/kf
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Bekannte Songs vom Album und bislang unveröffentlichtes Material spielte die Antilopen Gang im Musikbunker.

Aachen. Eine Menschenmenge springt wie in Wallung gebrachte Atome gegeneinander – das sogenannte Pogen gibt es eigentlich auf Punkrockkonzerten. Hip-Hopper erkennt man eher am synchronen Heben und Senken der Arme. Doch beim Konzert der Hip-Hop-Band Antilopen Gang am Donnerstag im Aachener Musikbunker ist kaum etwas wie erwartet: Ihr Sound lässt sich nicht auf dieses eine Genre begrenzen.

Aachen war die erste Station der Antilopen Gang bei ihrer Konzertreise durch Deutschland. Karten für den Abend waren längst ausverkauft, der Musikbunker um kurz vor 22 Uhr zum Bersten voll.

Ein paar grelle Blitze, ein wenig Nebel – und dann stehen sie da, die drei Musiker, die erst kürzlich zu den Newcomern des Jahres 2015 gekürt wurden. „Aversion“ nennt die Band ihr Debütalbum, das im vergangenen Jahr erschienen ist. Die Fans kennen die Beats längst, die den Bunker zum Dröhnen bringen. Sie grölen die Lines den Rappern entgegen. Und das Trio? Das fordert die Masse immer wieder zum Schreien, zum Tanzen und zum Eskalieren auf.

Unveröffentlichte Songs

Im Repertoire sind nicht nur bekannte Songs, die Band spielt auch neues, bislang unveröffentlichtes Material.Die Fans feiern vor allem die Album-Highlights wie „Verliebt“ oder „Beate Zschäpe hört U2“. Ihre Kritik an der Gesellschaft, die Kritik an dem System – das äußern die Drei gerne, viel und häufig auf provokante Art, wie zum Beispiel im Lied „Goldener Presslufthammer“: „Die heile Welt ist eine Seifenblase“, deshalb müsse alles niedergerissen werden, singen sie. Und das Publikum steigt ein.

Für ähnliche Ekstase bei den Fans sorgten auch andere Lieder, die weniger mit Argumenten als mit sehr direkten Behauptungen daher kommen: Das Lied „Fick die Uni“ ist nicht mehr als ein Abrechnen mit der Institution, vor allem aber mit den Studenten, den „Schreibtischtätern“. Dem Publikum – viele Hände hoben sich, als die Antilopen Gang nach Studenten in der Runde fragte – schien der Song aber aus der Seele zu sprechen.

Doch die Antilopen Gang kann durchaus auch nachdenklich. In ihrem Albumsong „Enkeltrick“ singen sie über das organisierte Verbrechen, das der „Omi die Rente“ wegnimmt. Danger Dan, der wohl zynischste unter den Dreien, zeigt dabei live am Klavier zwischen alle seinen harten Lines eine weiche Seite.

Und auch die Besucher zeigen, die Bandbreite, die die Band charakterisiert: Es gibt ihn nicht, den einen Antilopenfan. Ob kreischender Teenie oder ruhiger Punk – die Fans könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Freundinnen Anna und Sarah sind nach dem Konzert jedenfalls sicher, dass das Trio genau weiß, was es tut und vor allem, warum es über bestimmte Themen rappt: „Sie wollen mit ihren Texten provozieren, das ist klar. Sie machen auf sich aufmerksam und beziehen Position“, sagt Anna.

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