Museum wehrt sich gegen geforderte Beuys-Rückgabe

Von: Gerd Korinthenberg, dpa
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Schloss Moyland
Die Familie des Künstlers Joseph Beuys (1921-1986) fordert zahlreiche Kunstwerke zurück, die im Museum Schloss Moyland am Niederrhein gezeigt werden. Foto: dpa

Düsseldorf/Bedburg-Hau. Die Fronten im Streit zwischen der Familie des Künstlers Joseph Beuys und der Museums-Stiftung Schloss Moyland am Niederrhein verhärten sich.

Das Museum hat sich jetzt auch juristisch gegen die Forderung der Beuys-Erben gewehrt, die zahlreiche Werke des weltbekannten Künstlers (1921-1986) zurückverlangt hatten. Die Ansprüche der Erben entbehrten nach Angaben eines jetzt eingeschalteten Stiftungs-Anwalts „sowohl in tatsächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht jeder Grundlage”. Dies teilte der Sprecher des Stiftungsvorstandes, Peter Landmann, am Montag in Düsseldorf mit.

Beuys-Witwe Eva und ihre Kinder hatten im Januar von der Museums- Stiftung zahlreiche Kunstwerke zurückverlangt, die nach Darstellung ihres Anwaltes ohne Einwilligung der Erben 1990 in die Stiftung eingebracht worden seien. Dies gelte auch für umfangreiches Material aus dem Archiv mit zehntausenden Dokumenten zu Leben und Werk von Joseph Beuys.

Die Stiftung, an der auch das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt ist, habe die Ansprüche der Erben von dem Kölner Rechtsanwalt als Fachmann auf dem Gebiet des Urheberrechts prüfen lassen. Er sei in Übereinstimmung mit einem von der Staatskanzlei des Landes NRW eingeholten Rechtsgutachten zu dem „eindeutigen Ergebnis” gekommen, dass die Forderung der Beuys-Erben keine rechtliche Grundlage habe. Sämtliche Werke des Künstlers, die sich im Museum Schloss Moyland befinden, und das gesamte Joseph Beuys Archiv sei Eigentum der Stifter-Brüder van der Grinten gewesen und von ihnen „rechtswirksam auf die Stiftung übertragen worden”.

In dem 14-seitigen Anwaltsbrief der als „Beuys-Estate” firmierenden Familie war unter anderem beklagt worden, dass der Umgang mit den Beuys-Arbeiten und -Dokumenten in Museum und Archiv so mangelhaft sei, dass der Ruf des Künstlers „weltweit nachhaltig” Schaden nehmen könne. Es gehe etwa um Verletzungen des Urheberrechtes, falsche Werktitel und unsachgemäße Restaurierungen.

Der Anwalt der Stiftung habe „die Behauptungen des Estate als haltlos zurückgewiesen”, hieß es. Frau Beuys habe selbst in der Vergangenheit mehrfach die wissenschaftlich fundierte Arbeit der Stiftungs-Mitarbeiter gewürdigt. Mit der „Kampagne” der Erben solle die Reputation der Museums-Stiftung „offenbar gezielt beschädigt und diskreditiert werden”.
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