„Müllpate von Köln” verurteilt

Von: dpa
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Köln. Ein Kölner Unternehmer ist am Mittwoch wegen illegalen Entsorgens von Müll zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.

Die Richter des Landgerichts Köln sahen vorsätzlichen unerlaubten Umgang mit gefährlichem Abfall in besonders schweren Fällen als erwiesen an, da der als „Müllpate von Köln” in die Schlagzeilen geratene Mann immer wieder zerkleinerten und mit Schadstoff belasteten Bauschutt unter normalen Abfall gemischt hatte. Das war wesentlich kostengünstiger.

Die unerlaubten Beimischungen sollen bis zu 90 Prozent betragen haben. Außerdem bestach der 33- Jährige am Transport beteiligte Unternehmen. Der angerichtet Schaden liegt im sechsstelligen Euro-Bereich.

Vor Gericht hatte der Angeklagte zunächst geschwiegen und erst nach mehrmonatiger Verhandlungsdauer einen Großteil der Vorwürfe eingeräumt. Die Richter rechneten ihm dieses späte Geständnis strafmildernd an. Lob zollte das Gericht dem Staatsanwalt, der der Einstellung des Verfahrens hinsichtlich eines großen Teils der Anklagevorwürfe zugestimmt hatte, um einen Mammutprozess zu verhindern. In der Anklage war noch von weit über 1500 Umweltdelikten die Rede.

Zu Lasten des Angeklagten, der schon fast ein Jahr in Untersuchungshaft sitzt, werteten die Richter, dass er aus reiner Gewinnsucht gehandelt habe und keinesfalls aus wirtschaftlicher Not. Der 33-Jährige hatte hatte sich neben teurer Designerkleidung eine Mercedes 600-Limousine und einen Ferrari 430 Coupé gegönnt.

Neben ihm auf der Anklagebank saßen zwei 37 und 54 Jahre alten Angestellte. Der jüngere kam mit einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe wegen Beihilfe zum illegalen Umgang mit gefährlichem Abfall davon, sein älterer Mitangeklagter wegen des gleichen Delikts mit einer neunmonatigen Bewährungsstrafe.

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