Mordprozess gegen Autoverkäufer: Verteidiger kritisieren Vernehmung

Von: dpa
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Auto-Verkäufer wegen Mordes vor Gericht
Der 29-jährige Autoverkäufer Mustafa B. (M) steht zwischen seinen Anwälten Rüdiger Deckers (l) und Gerd Meister am Dienstag in Düsseldorf im Landgericht wegen Mordes vor Gericht. Er soll 9500 Euro Anzahlung eines Kunden unterschlagen haben. Als der Käufer die Herausgabe seines Wagens verlangte, soll der verschuldete Familienvater ihn umgebracht haben. Foto: dpa

Düsseldorf. Im Düsseldorfer Mord-Prozess gegen einen Auto-Verkäufer (29) haben die Verteidiger der Verwertung sämtlicher Aussagen des Angeklagten widersprochen.

Ihr Mandant sei zu Unrecht von der Polizei als Zeuge und nicht als Beschuldigter vernommen worden, kritisierten die Anwälte am Mittwoch am Düsseldorfer Landgericht. Dabei sei der 29-Jährige nicht auf seine Rechte hingewiesen worden. Der dreifache Vater steht seit Dienstag wegen Mordes an einem Kunden vor Gericht.

Er soll laut Anklage die 9500 Euro Anzahlung des Kunden unterschlagen und ihn erdrosselt haben, als der Frührentner die Herausgabe seines Autos verlangte. Aus Sicht der Verteidiger könne die Tat ohne Tötungsabsicht bei einem Streit um die Auslieferung des Wagens geschehen sein. Es komme daher auch eine Verurteilung wegen Körperverletzung in Betracht. Im Polizeiverhör hatte der Angeklagte bestritten, den Mann absichtlich getötet zu haben. Nach einem Handgemenge habe er ihn nur ein Kabel um den Hals gelegt, um ihn wegzuziehen.

Die Leiche des schwerkranken Frührentners soll der Verkäufer vier Wochen lang an verschiedenen Orten gelagert und schließlich nachts im Autobahnkreuz Neuss-Süd verscharrt haben. Monate später hatte ein Bauarbeiter eine Hand des Toten aus dem Erdreich ragen sehen.

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