Mönchengladbach - Morde von Schwalmtal mit gezielten Kopfschüssen

Morde von Schwalmtal mit gezielten Kopfschüssen

Von: dpa
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Mord-Prozess um das Blutbad von Schwalmtal startet
Ein halbes Jahr nach dem Blutbad von Schwalmtal steht der Angeklagte Hans P. (hinten rechts) in Mönchengladbach vor Gericht und weint. Vor ihm sitzen seine Anwälte Michael Rost (links) und Siegmund Benecken. Der 72-jährige Rentner soll kaltblütig zwei Rechtsanwälte und einen Gutachter erschossen haben, als diese für eine Zwangsversteigerung den Wert des Hauses seiner Tochter ermitteln wollten. Nach den tödlichen Schüssen hatte er sich stundenlang in dem Haus verschanzt. Der Mann aus Unna ist wegen dreifachen Mordes und Mordversuchs angeklagt. Foto: Achim Scheidemann (dpa)

Mönchengladbach. Mindestens zwei der drei Todesopfer des Blutbads im niederrheinischen Schwalmtal sind mit Kopfschüssen getötet worden. Vermutlich lagen sie bereits am Boden, als Kugeln Schläfe und Auge durchschlugen.

Jeder der beiden Männer sei von mindestens drei Kugeln getroffen worden, berichtete ein Gerichtsmediziner am Dienstag im Prozess vor dem Mönchengladbacher Landgericht.

Auf der Anklagebank sitzt ein 72-jähriger Rentner aus Unna. Er hat die Morde an zwei Rechtsanwälten und einem Immobilien- Gutachter gestanden. In einem Familienstreit um ein Haus sei er jahrelang gemobbt worden und habe dies nicht mehr ertragen.

Unterdessen hat sich für den Rentner ein dritter Verteidiger gemeldet, der zur Verhandlung am Dienstag aber nicht erschienen ist. Anträge auf Haftverschonung, Entbindung der Pflichtverteidiger und Aussetzung des Prozesses lehnte das Gericht ab.

Seine Schüsse hatte der Rentner mit den Worten gestanden: „Für mich war das richtig. Die mussten weg und Feierabend. Die sind ja selber schuld gewesen.”

Bei der Bluttat starben zwei Rechtsanwälte und ein Gutachter. Sie wollten den Wert des Hauses ermitteln, das der Tochter des Rentners und ihrem Ex-Mann gehörte. Es sollte nach einem jahrelangen Streit der geschiedenen Eheleute zwangsversteigert werden.

Die Schuldfähigkeit des Rentners gilt als Schlüsselfrage des Prozesses. Der Angeklagte hatte selbst angegeben, „nervlich krank” zu sein. Nach Ansicht von Verteidiger Siegmund Benecken hat der Rentner aus Unna im Wahn gehandelt: „Das war ganz klar eine Paranoia.”

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