Mordanklage nach Tod in der Badewanne

Von: dpa
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Bonn. Fast wäre der Mord an einer 81-jährigen Seniorin nicht entdeckt worden: Als die Frau am 15. Dezember 2009 von ihrer Putzfrau nackt in der Badewanne gefunden wurde, glaubten Familie und Arzt, dass sie eines natürlichen Todes gestorben war.

Erst bei einer nachträglich veranlassten Obduktion entdeckte die Gerichtsmedizin, dass die Frau Opfer eines Verbrechens geworden war: Rippenbrüche, Einblutungen und vor allem die Gewaltspuren am Hals wiesen darauf hin, dass die 81-Jährige erwürgt worden war. Am Montag erhob die Bonner Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 54-jährigen Schlosser.

Ihm wird Mord aus Habgier und zur Verdeckung oder Ermöglichung einer Straftat vorgeworfen. Der vielfach verurteilte Mann soll nach Darstellung der Staatsanwaltschaft mit einem Nachschlüssel, den er offenbar von der Putzfrau des Opfers hatte, in die Wohnung eingedrungen sein, um zu stehlen.

Die 81-jährige sperrte er in die Gästetoilette, aus der sich die Seniorin jedoch befreien konnte. Daraufhin soll er sie geschlagen und erwürgt haben. Um einen natürlichen Tod vorzutäuschen, zog er sie aus und legte sie in die Badewanne, wo sie die Putzfrau am Tag darauf entdeckte. Ihr Ehemann war zur Tatzeit im Krankenhaus. Die im Haus der Toten gefundenen DNA- Spuren führten zum mutmaßlichen Täter. Dieser bestreitet die Tat.

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