Mord in Würselen: LKA rekonstruiert die Tat

Von: Marlon Gego und Christopher Gerards
Letzte Aktualisierung:
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Dienstag in Würselen: Mit Hilfe aufwendiger Vermessungen und Berechnungen versuchen die Ermittler, die Tat zu rekonstruieren. Foto: Roeger

Würselen/Aachen. Nach dem Mord an einem 18-Jährigen in Würselen vergangenen Donnerstag kommen die Ermittlungen nur langsam voran, jedenfalls scheint es im Moment so. Auch am Dienstag wollte der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, Jost Schützeberg, selbst auf harmlose Fragen keine Antwort geben.

Läuft eine Fahndung? Wie viele Verdächtige gibt es genau? Wo lebte das Opfer? Hat es Angehörige? Von wo aus wurden die tödlichen Schüsse abgegeben? Die Antwort: „Aus ermittlungstaktischen Gründen will die Staatsanwaltschaft dazu im Moment nichts sagen.“

Widersprüchliche Aussagen?

Der Grund für den ungewöhnlich zähen Informationsfluss ist vermutlich die Tatsache, dass eine größere Zahl von Menschen am Tatort war, als am Donnerstag um kurz nach 21 Uhr hinter einer früheren Kneipe in Würselen die Schüsse fielen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass mehrere Menschen an der Tat beteiligt waren. Bislang gebe es „mindestens zwei Verdächtige“. Ob unter diesen Verdächtigen auch der oder die Schützen der tödlichen Kugeln waren, konnte Staatsanwalt Schützeberg am Dienstag nicht sagen.

Dienstagvrmittag waren Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) in Würselen und vermaßen den Tatort. Die Staatsanwaltschaft hofft, mit Hilfe anschließender Berechnungen den Verlauf der Tat rekonstruieren zu können. Dies lässt den Schluss zu, dass die bisherigen Vernehmungen von Zeugen oder Tatbeteiligten zu widersprüchlichen Aussagen geführt haben.

Was genau am Donnerstagabend in Würselen passiert ist, steht nicht fest. Den gesundheitlichen Zustand des zweiten Opfers, einem von mehreren Kugeln getroffenen 28-Jährigen, hatte die Staatsanwaltschaft schon am Tag nach der Tat als „stabil“ bezeichnet.

Unklar ist weiterhin, ob der Mord im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung rivalisierender Rocker- oder Straßenbanden steht. Schon wenige Stunden nach der Tat war aus Polizeikreisen bekannt geworden, der erschossene 18-Jährige habe Beziehungen ins Rockermilieu unterhalten. Diese Erkenntnis stammt laut Staatsanwaltschaft vom Landeskriminalamt.

Zwei Boulevardzeitungen schrieben dem 18-Jährigen die Mitgliedschaft in einer Rockerbande zu. Allerdings: Die eine Zeitung erklärte ihn zum Mitglied einer Bande, die andere Zeitung zum Mitglied einer anderen. Gesicherte Erkenntnisse gibt es im Moment nicht, wie Staatsanwalt Schützeberg am Dienstag erklärte. Weswegen auch offen ist, ob die Tat in größerem Zusammenhang zu mehreren Vorfällen im niederländischen Grenzgebiet während der vergangenen Wochen steht.

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