Erdmännchen Freisteller

Mord in Kall: Besondere Nachbarschaftshilfe

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. In einer weiteren Folge des Eifelkrimis aus Kall trat am Donnerstag der Zeuge Peter S.(46) vor dem Aachener Schwurgericht auf.

Der „Motorist” stellte sich in aufgeregter Verfassung dem Vorsitzenden Richter Gerd Nohl als derjenige vor, den alle als „der Pit, der meäht dat!”, also übersetzt „der Peter, der macht das schon”, kennen. Zeuge S. beschrieb, wie er seinem alten Freund und jetzigen Angeklagten Ralf S. (45) aus der Eifler Motorsportszene - beide sind KFZ-Meister - ein Domizil für den Schuttanhänger verschaffte, auf dem die Leiche des am 17. Januar erschossenen Schrotthändlers Johann P. landete.

Ja, der Ralf sei sein Freund. Früher habe man auf „dicke Hose” gemacht, das sei aber lange vorbei. Am 20. oder 21. Januar sei der Ralf plötzlich abends aufgetaucht und habe gefragt, ob er den kleinen Pkw-Anhänger mit Schutt bei ihm abstellen könne. Offen abstellen, das wollte er nicht.

Eigentlich blieb da nur die Garage eines Mieters, eines Doktors, der für einige Tage fort war. Warum, wollte der Freund wissen. Ralf S. antwortete, er habe „richtig Ärger an der Backe”. Ob er geklaute Sachen auf dem Hänger habe, oder ob er jemanden umgebracht habe, wollte Peter S. damals wissen. Die Antwort des Freundes war zu seinem Entsetzen „Letzteres”. Der habe erklärt, seinen Kumpel im Lager des Autohauses erschossen zu haben, nachdem es Streit und Gewaltdrohungen von dessen Seite gegeben habe.

Dann entspann sich ein fantasievoller Dialog, wie man am besten Leichen beseitige. Ralf S. habe verlangt, die Leiche auf seinem Grund zu vergraben. Das verwarf man. Auch die Sache, den Körper in den Häcksler am Traktor zu stecken und über die Felder zu verteilen wurde nicht weiterverfolgt. Irgendwann dann wurde der Anhänger in der Garage des Doktors abgestellt. Nächster Prozesstermin ist der 7. September.
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