Aachen - Mord in Haaren: Lebenslänglich für Ali C.

Mord in Haaren: Lebenslänglich für Ali C.

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Nach einem äußerst schwierigen und langen Indizienprozess gegen den Aachener Ali C. (45) hat die Schwurgerichtskammer am Aachener Landgericht am Donnerstag ein Urteil gefällt.

Ali C. wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er hat, so ist die Kammer unter Vorsitz von Richter Gerd Nohl zweifelsfrei sicher, am 12. April 2011 zwischen 20.15 und 21.45 Uhr eine 72-jährige Unternehmerin aus Aachen-Haaren ermordet.

Nach beinahe 30 Verhandlungstagen kam das Gericht zu dem Schluss, dass C. an jenem Abend zu der ihm bekannten Unternehmerin ging, um mit ihr die Rückzahlung seiner Schulden von 1000 Euro zu besprechen. Der als Montagearbeiter tätige Schweißer hielt sich des öfteren in Spielotheken auf und hatte entsprechenden Geldbedarf.

An jenem 12. April 2011, einem Dienstag, sollte er wahrscheinlich das geliehene Geld zurückzahlen. Doch auch die Kammer sieht sich nicht in der Lage, das genaue Tatmotiv festzustellen. Fest stehe allerdings, dass der Angeklagte ein zuvor ausgeliehenes Pefferspray der Marke Piexon Guardian Angel gegen sein Gegenüber eingesetzt habe. Die 72-Jährige hatte auf Bluse und BH entsprechende Spuren.

Um diese Straftat zu verdecken, habe C. sie dann unmittelbar danach umgebracht. Die Tote wurde am nächsten Tag von ihrer Tochter auf der Kellertreppe aufgefunden. Ihr war ein Handtuch um den Hals gelegt.

Zunächst ging die Polizei von einem unglücklichen Treppensturz aus. Bei der Obduktion fanden sich jedoch Spuren, die eine Erdrosselung „mit absolutem Tötungswillen”, wie der Vorsitzende Richter Gerd Nohl es formulierte, nachwiesen. Am Hals fanden sich auch DNA-Spuren des später festgenommen Ali C..

Der hatte behauptet, er habe eine Liste mit Geldforderungen aus einem aufgelösten Mietverhältnis seiner Familie mit dem Opfer abholen wollen. Auch in seinem „letzten Wort” bestritt der Schweißer jede Schuld und beklagte sich vor Gericht über die ausländerfeindliche Hetze gegen seine Familie. Er sei seit 17 Jahren in Aachen und habe sich nichts zuschulden kommen lassen.

Die Verteidigung von Ali C. werde Revision einlegen, sagte Anwalt Harald Bex nach dem Prozess.
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