Monsignore Toni Knippen ist tot

Von: Bernd Mathieu
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Aachen. Monsignore Toni Knippen ist tot. Im Alter von 98 Jahren starb der bekannte Aachener Priester vor einigen Tagen. Dieser freundliche Mensch war ein Menschenfreund. Ein fröhlicher. Ein intelligenter. Ein kluger. Ein weiser. Eine lebensfrohe und auch in seinem hohen Alter noch lange geistig jung gebliebene, durch und durch beeindruckende Persönlichkeit.

Der Monsignore! Name und Mann sind in Aachen eine Legende. Vor vier Jahren, am 5. März 2009 feierte er sein 70. Priesterjubiläum, in diesem Monat, am 11. März, wurde er 98 Jahre alt. Es war immer ein besonderer Moment, ihm zu begegnen. Ein Beispiel: Vor seinem Priesterjubiläum trafen wir uns in seiner Wohnung in der Maria-Hilf-Straße, redeten, lachten, blätterten in alten Gästebüchern und Fotoalben, aßen Kuchen und tranken Kaffee – und ein gutes Glas „Chateauneuf du Pape“. Wie es sich gehörte bei einem so seltenen Jubiläum eines so liebenswürdigen Gottesmannes.

Toni Knippen war über Jahre ein bekanntes Gesicht im „Wort zum Sonntag“ der ARD, eine gern gehörte Stimme in zahlreichen Morgenandachten, ein souveräner Botschafter der katholischen Kirche, ein Glücksfall, der voller Überzeugung sagte: „Ein guter Witz ist eine frohe Botschaft, die immer ankommt, was man nicht von jeder Predigt sagen kann.“ Ihm ist stets beides vorzüglich gelungen. Witze hat er viele erzählt, auch sehr nette über die Kirche, manchmal über den jeweiligen Papst, immer mit einem loyalen Augenzwinkern, aber nicht unter völligem Verzicht auf Kritik. Noch so ein typischer Knippen-Satz, den er vor Jahren formulierte: „Wenn ich an den Papst denke, vergleiche ich das mit der Beziehung zu meinem Vater. Mit ihm war ich auch nicht immer einer Meinung.“

Der gebürtige Niederrheiner aus St. Hubert studierte Theologie in Innsbruck und St. Georg/Frankfurt bei den Jesuiten und wurde am 5. März 1939 im Aachener Dom vom damaligen Apostolischen Adminis­trator des Bistums, Hermann-Joseph Sträter, zum Priester geweiht. Der studierte Lehrer musste an die Ostfront, erlebte als Sanitätsunteroffizier Zeiten des Schreckens und machte Erfahrungen, die ihn ein Leben lang prägten. Nach dem Krieg war er zunächst Kaplan in Krefeld und dann an St. Josef in Aachen, arbeitete in beiden Städten als Jugendseelsorger, kümmerte sich um die St.-Georgs-Pfadfinder und nahm neben seiner hauptamtlichen Berufsschullehrer-Tätigkeit (bis 1970 als Studiendirektor) seine geistlichen Aufgaben vornehmlich in der Pfarrgemeinde St. Gregorius wahr.

So vieles wäre zu berichten in der Retrospektive, und einige wichtige Stichworte müssen zumindest kurz erwähnt werden: seine so persönliche Hilfe für junge Strafgefangene. Sein wertvoller Rat für Kriegsdienstverweigerer. Seine unermüdliche Förderung junger Künstler. Seine Kunst als Koch und sein dazu passender Satz: „Leib- und Seelsorge gehören schließlich zusammen.“

Toni Knippen hat immer gute Freunde gehabt. In seiner und in anderen Kirchen. In der Schule. In Aachen. In der Eifel. Er fühlte sich wohl auf langen Skipisten und auch im Segelboot bei ausgiebigen Törns. Kein Wunder, dass dieser humorvolle und unternehmungslustige Mensch 1973 der erste Träger des Krüzzbrür-Ordens der Pfarre Heilig Kreuz wurde. Oder dass er als Feldkurat der Öcher Penn über Jahre herzlich lachend aktiv war.

Die feierliche Auferstehungsmesse ist am Dienstag, 2. April, 11 Uhr, in der Pfarrkirche St. Hubertus in Kempen-St. Hubert. Anschließend wird er in der Priestergruft beigesetzt. Eine Gedenkmesse ist am Samstag, 6. April, 11 Uhr, in St. Peter in Aachen.

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