Monschauer Straße: Schwerer Unfall mit elf Verletzten

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Bei diesem schweren Unfall auf der Monschauer Straße sind am Montag zwölf Menschen schwer verletzt worden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ein einsames kleines Stofftier liegt in dem Meer von Glasscherben, das wenige Minuten zuvor noch die viel befahrene Monschauer Straße war. Jetzt fährt hier nichts und niemand mehr. Rettungssanitäter rennen hin und her, Feuerwehrleute schleppen schweres Gerät, Notärzte kümmern sich um Verletzte. Auf der Verbindung zur Eifel bietet sich kurz vor der Einmündung der Pascalstraße ein Katastrophenszenario.

Eine ganze Reihe von Autos steht kreuz und quer auf der Fahrbahn. Die meisten Karossen sehen aus, als wären sie vorwärts wie rückwärts gegen eine Wand gefahren. Am heftigsten hat es einen Renault Mgane getroffen. Im Wortsinn. Ein Gelenkbus eines privaten Unternehmens aus Simmerath ist ihm kurz nach 12 Uhr ungebremst ins Heck gekracht. Die Polizei wird später sagen, dass der Busfahrer das Stauende wohl „übersehen” hat. Der Renault ist zwischen dem Bus und dem vor ihm stehenden Wagen regelrecht zerdrückt worden.

Daraufhin hat es eine Kettenreaktion gegeben. Die Wucht des Aufpralls war derart enorm gewesen, dass nach Angaben der Polizei vom Dienstag sieben Fahrzeuge ineinander gedrückt wurden. Sie alle hatten im Bereich Pascalstraße an einer Ampel gestanden. „Ich wollte gerade wieder losfahren, als ich im Rückspiegel sah, dass sich die Autos hinter mir ineinander verkeilten”, erzählt eine Betroffene. Dann rummste es schon und ein Wagen prallte gegen ihren. Um ihren Hals baumelt eine Identifikationskarte der Feuerwehr.

Das gilt auch für Anja Schneider, die just in dem Auto dahinter gesessen hat. „Ich war gerade mit meinen beiden Kindern beschäftigt, als es krachte”, berichtet sie später. Alle drei kommen zunächst ins Krankenhaus. An der Unfallstelle stehen Menschen mit Halskrausen, Notärzte befragen sie.

Busfahrer steht unter Schock

Befragt werden können jedoch nicht alle Menschen, die genau um 12.13 Uhr an besagter Ampel warteten. Vor allem gilt das für die drei Insassen des Renault. Zwei von ihnen sind in dem zerstörten Auto eingeklemmt. Mit hydraulischen Zangen versuchen Feuerwehrleute, sie zu befreien. Gleichzeitig stabilisieren Notärzte den Gesundheitszustand der Opfer. Zunächst gelingt es, die Fahrerin des belgischen Fahrzeugs herauszuholen.

Bei einer Frau, die auf der Rückbank sitzt, dauert es über eine Stunde, bis auch diese Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden kann. Bei diesen beiden Unfallopfern bestand Lebensgefahr. Dass in diesem Wagen Menschen überlebt haben, mag der Betrachter als Glück bezeichnen. Insgesamt elf Beteiligte wurden nach Angaben der Polizei vom Dienstag verletzt, der 43 Jahre alte Busfahrer erlitt einen Schock. Das Heck des Renault hat sich durch die Wucht des Aufpralls durch die Windschutzscheibe seines Gefährts gebohrt. Ein weiteres Mal Glück: In dem Bus saßen keine Fahrgäste. Auf der Fahrtzielanzeige steht in Leuchtschrift: „Kein Einsatz”.

In der Trümmerlandschaft haben sich fast 50 Helfer eingefunden. Drei Löschfahrzeuge der Berufsfeuerwehr sind da, zwei Gruppen der „Freiwilligen” aus Sief und Walheim ebenso. Vier Notärzte kümmern sich um die Verletzten, ebenso die Besatzungen von sechs Rettungswagen. Etwas später landet auch noch der Rettungshubschrauber. Die Johanniter eilen mit einer Gruppe des Katastrophenschutzes und mit einem Notfallseelsorger zur Monschauer Straße. Feuerwehreinsatzleiter Markus Mehlkopf behält in dem Durcheinander einen kühlen Kopf, agiert mit Umsicht. Die Polizei riegelt die Hauptstraße weiträumig ab. Experten nehmen die Ermittlungen auf. Wobei ein Ermittlungsergebnis für jeden ziemlich ersichtlich ist: Der Bus hat keine Bremsspur hinterlassen, ist mit voller Energie auf das Stauende geprallt.

Noch Stunden dauern die Aufräum- und Abschlepparbeiten. Da ist Anja Schneider schon wieder zuhause. Und ihre beiden Kinder auch. Alle sind soweit wohlauf. Dem Unfallopfer liegt aber noch etwas am Herzen. Da waren nämlich plötzlich ein Mann und eine Frau an der Unfallstelle. „Sie haben sich um uns gekümmert, uns etwas zu trinken gegeben”, berichtet Anja Schneider. Im Tohuwabohu hat sie dann ganz vergessen, nach den Namen zu fragen. Und sich zu bedanken. Sie holt dies auf diesem Wege nach.
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