Aachen - „Mörderisches Aachen“: Kurt Lehmkuhl ist Spezialist für Spannung

„Mörderisches Aachen“: Kurt Lehmkuhl ist Spezialist für Spannung

Von: Sabine Rother
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Sorgt seit über 20 Jahren mit seinen Krimis für großen Lesespaß und Spannung: Buchautor und Redakteur Kurt Lehmkuhl. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Sein erstes Buch hieß „Tödliche Recherche“, kein Wunder, denn der Journalismus hat wesentlich dazu beigetragen, dass ihm niemals die Themen ausgingen: Über 30 Jahre lang war Kurt Lehmkuhl Redakteur unserer Zeitung. Das Schreiben ist für ihn wie Atmen und Denken, auch jetzt im Ruhestand: Er kann es nicht lassen.

Mit „Mörderisches Aachen“, seinem neuen Erzählband, hat er erstmals elf Verbrechen mit 125 Freizeittipps kombiniert. „Eine Schweinearbeit“, seufzt er. „Der Verlag wollte keine Reiseführer-Sprache, sondern Texte, die mit den Erzählungen harmonieren.“ Wenn also in den Texten weiße Zahlen in grauen Kästchen auftauchen, lohnt es sich, die Erklärungen – etwa zum Seufzer „Ich han de Pief kapott“ oder zum Aachener „Sauerbratenpalast“ – zu lesen.

Als 1996 Lehmkuhls erster Roman erschien, sollte das der Auftakt zu einer langen und noch immer nicht beendeten Krimi-Serie sein. „Irgendwann blitzt ein Gedanke auf, aus dem ein Buch wird“, meint der leidenschaftliche Autor lächelnd. Zum Beispiel im Karneval. „Ein Aachener als Prinz in Köln, in dem Gedanken steckte Krimipotenzial“ erinnert er sich. Gedacht – getan. Es wurde natürlich ein Buch daraus, in dem er die rheinische Karnevalszene ein bisschen aufmischte.

Ein Gespräch mit dem Autor ist spannend und authentisch. Er kennt sich in der Region aus, weiß um so manche Empfindlichkeit und scheut sich nicht, immer wieder einmal ein paar Leute damit zu ärgern. Bei der Braunkohle ist er Spezialist und beim Fußball auch. „Kohlegier“ oder „Begraben in Garzweiler II“ sind Titel mit kritischer Botschaft. Bei „Tore, Tote, Tivoli“ wird es sportlich-spannend.

Lehmkuhl, der in Übach-Palenberg geboren wurde, aber in Aachen aufwuchs, hat Geschichten im Blut. „Meine Großmutter erzählte gern beim Gemüseputzen Aachener Sagen, vom Teufelsdaumen in der Domtür zum Beispiel oder vom Lousberg.“ Wenn man im Keller des Hauses an der Wirichsbongardstraße eine Bodenklappe öffnete, gurgelte und sprudelte dort der kleine Pau-Bach. „Unheimlich“, erinnert sich Lehmkuhl. Und im Tabakladen des Vaters am Münsterplatz plauderte die Geistlichkeit über dies und das – Inspiration für „Kardinalspoker“.

Der Journalist ist zugleich Jurist. Im Jurastudium an der Bonner Uni hatte er sich auf Straf- und Verwaltungsrecht konzentriert. „Ehrlich gesagt wollte ich nie Anwalt oder Richter werden, die Zeitung war mein Ziel, da konnte ich juristisches Wissen gut brauchen“, gesteht er. Als junger Mann musste er Geduld beweisen. Zwei Jahre dauerte die Behandlung von Hüftproblemen. Dann konnte es mit dem Volontariat losgehen. Es folgten Redakteursjahre in Erkelenz und Heinsberg.

Für Kurz Lehmkuhl ist es wichtig, pointiert zu schreiben. Seine Texte sind alles andere als langatmig. „Wenn ich über jemanden sage ,er war zu klein für sein Gewicht‘, sagt das doch schon alles, man hat eine Gestalt vor Augen“, meint er. An der Volkshochschule des Kreises Heinsberg hat Lehmkuhl das Literaturprojekt „Kunterbunter Selfkant“ aufgebaut. Die Autoren der Schreibwerkstatt veröffentlichen ihre Erzählungen, veranstalten Lesungen an „Tatorten“ und haben jetzt sogar eine CD „Das Beste aus dem Selfkant“ produziert. „Die Erlöse kommen dem Hospiz in Erkelenz zugute, wir haben inzwischen nahezu 50 000 Euro zusammengetragen“, sagt der Initiator stolz.

Lehmkuhl ist Optimist, er hatte es nicht immer leicht, aber mit Ehefrau Petra an seiner Seite ist er in Erkelenz seit 41 Jahren glücklich. Beide sind sie stolz auf ihre Söhne Jürgen (35) und Tobias (33). „Obwohl ich ein Workaholic war, gab es die gemeinsamen Mahlzeiten mit der Familie, das war wichtig“, betont der Autor, der ein Weltenbummler geblieben ist, unter anderem in Vietnam, Kuba, Galizien, Asturien und Russland interessante Begegnungen hatte. „Bei mir ist ein Glas immer halbvoll, niemals halbleer“, fasst er seine Lebensphilosophie in einen knappen Satz. Pointiert eben!

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