Köln - Möbelmesse Imm Cologne: Wohnen im perfekten Mischmasch

Möbelmesse Imm Cologne: Wohnen im perfekten Mischmasch

Von: Simone Andrea Mayer
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Altes mit Neuem, coole Möbel und ... Foto: dpa
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... verspielte Formen, nordische Designs und ... Foto: dpa
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... orientalische Muster: In das moderne Zuhause passt alles, was die Persönlichkeit des Bewohners besonders unterstreicht. Foto: dpa

Köln. Slow Food ist eine Bewegung, die genussvolles, bewusstes und authentisches Essen propagiert – und weg will vom Fast Food. Wenn es nach dem Einrichtungsexperten Markus Majerus geht, gibt es nun auch das Slow Living. Design wird mit Emotionen verbunden, und jeder Einzelne richtet sich bewusst und authentisch in einer individuellen Mischung ein.

Majerus ist Sprecher der Kölnmesse – und die richtet die Internationale Möbelmesse IMM Cologne (16. bis 21. Januar) aus, eines der wichtigsten Treffen der Einrichtungsbranche.

Individualität ist schon seit Jahren ein wichtiger Trend der Messe. Nach dem Motto: „Jeder soll sich so einrichten, wie er will.“ Denn die Zeiten haben sich geändert: „Früher haben die meisten Menschen nun mal so gewohnt, wie es die Zeitschriften vorgemacht haben“, erläutert Majerus. Es gab eindeutige Strömungen für Formen, Schnitte und Farben, denen mehr oder weniger alle folgten. „Früher definierte man sich auch mit Markennamen“, führt Majerus weiter aus. „Man hat sogar an manchen Produkten den Aufkleber der Marke daran gelassen, damit andere das auch garantiert bemerken.“ Und heute? „Heute definiere ich mich über mich selbst.“

Der Fortschritt von Produktionstechniken hat eine Vielzahl an Möglichkeiten hervorgebracht – zum Beispiel ist sogar ein normales Sofa aus einer Serie heute längst ein einzigartiges, auf die individuellen Bedürfnisse des Käufers abgestimmtes Produkt. Dabei hat er eine Vielzahl von Optionen zu Sitztiefen und -anzahl, Rückenhöhe und Stoffen, Reihung und Accessoires. Kein Stück ist wie das andere. Ergänzt wird das von einem Trend zu Einzigartigkeit, den viele zu Hause ausleben wollen. Dazu gehört, dass man selbst Möbel baut. Dazu gehört, dass man neben neue Möbel auch alte Erbstücke stellt. Das kann ein Sessel sein, in dem der Vater immer saß. Oder Omas Schaukelstuhl. Oder Tantes Kommode. „Diese alten Möbel sind wie alte Bekannte, auf die man sich immerzu verlassen kann“, sagt Ursula Geismann, Trendanalystin vom Verband der Deutschen Möbelindustrie.

Eine große Portion ich

Das Rezept der perfekten Einrichtung scheint also zu lauten: Tradition, viel Wärme und eine große Portion Ich. Dazu gehört aber auch noch immer der Griff zur Markenware: „Man kauft sich auch ein teures Designobjekt, das man vielleicht schon lange begehrt hat – und sich jetzt erst endlich leisten kann“, sagt Majerus.

„Das ist irgendwie dann ja auch eine individuelle Geschichte zum Möbel.“ Und was ist mit den Komplettangeboten – etwa einer ganzen Schlafzimmer-Ausstattung? Geht das verloren? „Nein, auf gar keinen Fall“, lautet die Prognose von Gabriela Kaiser. „Die Individualität hat uns vor ein Problem gestellt“, sagt die Trendanalystin aus Landsberg am Lech. „Es gibt Menschen, die können viele verschiedene Einzelstücke ganz toll und stilvoll zusammenstellen. Aber viele haben auch kein Händchen dafür. Sie sind überfordert damit, dass im Grunde zwar dank der Individualität alles möglich ist, aber das dann bitte auch gekonnt aussehen muss.“

Dafür haben die Einrichter eine Lösung: Sie bieten Schrankkompositionen oder Einrichtungen für ganze Zimmer aus verschiedenen Materialien und Oberflächenbearbeitungen an. Scheinbare Einzelstücke sind von Profis perfekt kombiniert worden. Verbraucher haben heutzutage so viele Entscheidungen zu treffen. „Schauen Sie doch mal, wie viele Wahlmöglichkeiten es beim Kaffee gibt“, nennt Kaiser ein Beispiel. „Dazu fehlt den meisten Menschen grundsätzlich die Vorstellungskraft, wie ein Möbelstück zum anderen passt.“ Aber einfach mal zu machen, trauen sich die wenigsten. „Es will ja auch kaum einer als ein Paradiesvogel gelten.“

Hilfe von den Profis

Hier kann und sollte man sich Hilfe von den Profis holen, findet Kaiser – ob in Form von perfekt zusammengestellten Kompletteinrichtungen oder von Ratschlägen, wie die eigene Vorstellung sich am besten im Wohnraum verwirklichen lässt. Nun ist die Möbelbranche nicht wie die Mode, sie verändert ihr Gesicht nicht jede Saison. Daher ist die aktuelle Entwicklung hin zur Umsetzung der ureigenen Vorstellungen in den Wohnräumen nicht völlig neu.

Die Idee entwickelt sich seit ein paar Jahren schon stetig weiter. Die Bandbreite der Variationsmöglichkeiten eines Produktes nimmt aber zu. Und die Hersteller werfen von bestehenden Möbelserien auch immerzu neue Erweiterungen auf den Markt. Die Losung scheint zu sein: dem Kunden ganz viel Auswahl bieten. Es gibt aber einen besonderen Twist für 2018 und für die neue Ausgabe der Möbelmesse IMM, sagen die Experten: Zwar bleibt alles möglich, und damit gibt es auch alle erdenklichen Stile auf dem Markt. Es gebe aber dazu parallel eine Tendenz zu schlichteren Möbeln. Wobei diese zugleich nicht „cleaner“ werden, wie die Branche es gerne ausdrückt – also nicht modern-steril und auf Hochglanz poliert. Sondern viele Neuheiten namhafter Designer werden damit beworben, dass sie von Schnickschnack, allem Unnötigen und Opulenten bereinigt seien. „Wir erleben die Wiederbelebung der Einfachheit“, lautet die Prognose von Markus Majerus.

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