Mit Sektflasche geschlagen und gewürgt: Jülicher zeigt Reue

Von: jab
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Aachen/Jülich. Wegen Mordes an seiner 20 Jahre alten Freundin hat die Staatsanwaltschaft die lebenslange Freiheitsstrafe für einen 25 Jahre alten Mann aus Jülich gefordert.

Er habe seinem ahnungslosen Opfer im Januar von hinten eine Sektflasche gegen den Kopf geschlagen und die Verletzte unmittelbar darauf bis zum Eintritt des Todes gewürgt. Zuvor sollen beide einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt haben.

Durch Grob- und Unerfahrenheit des Angeklagten sei der Akt für die Frau jedoch sehr schmerzhaft gewesen. Sie habe wütend reagiert und noch in der Nacht einen anderen Bekannten treffen wollen. Der Angeklagte sei eifersüchtig gewesen und habe sich abgelehnt und erniedrigt gefühlt.

Anders als Staatsanwalt Ralf Bücker bewertete Verteidiger Jürgen Kreuzer aus Jülich in seinem Plädoyer die Tat als Totschlag. Wegen „extremer emotionaler Betroffenheit” des Angeklagten zum Tatzeitpunkt ging er sogar von einem minderschweren Fall aus. Der Strafrahmen dafür liegt zwischen einem und zehn Jahren. Einen konkretes Strafmaß forderte Kreuzer nicht. Als Grund für den aus seiner Sicht nicht haltbaren Mordvorwurf nannte Kreuzer die Bewusstlosigkeit der Frau vor dem tödlichen Würgevorgang.

Das Opfer sei in diesem Zustand nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu keinerlei Argwohn und Gegenwehr fähig gewesen. Es sei zwar wehrlos gewesen, doch habe das nicht auf einer Arglosigkeit beruht, sondern sei Folge der Bewusstlosigkeit gewesen. Bezogen auf das Opfer lasse sich Heimtücke nicht feststellen.

Wieder anders die Bewertung des Falls durch die Nebenklage: Die Rechtsanwälte Silke Kirchvogel und René Strucken aus Eschweiler gehen sowohl von einer Vergewaltigung aus als auch von einem Mord aus Heimtücke und zur Verdeckung der vorausgegangenen Sextat. In seinem letzten Wort entschuldigte sich der Angeklagte bei der Familie der Getöteten. Er hasse sich für die Tat und würde sie gerne rückgängig machen.

Ein Urteil will die Schwurgerichtskammer am Freitagvormittag verkünden.
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