Mit Lügen fast 150.000 Euro ergaunert: Betrügerin in Haft

Von: wos/red
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Vor dem Aachener Landgericht ist die 69-jährige Ingrid S. wegen schweren Betruges zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Symbolfoto: dpa

Aachen. Weil sie Aachener Geschäftsleuten mit immensen Renditeversprechen fast 150.000 Euro abknöpfte, wurde am Mittwoch die 69-jährige Ingrid S. aus Köln vor dem Aachener Landgericht wegen schweren Betruges in 18 Fällen zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Ingrid S. soll das Geld zwischen Sommer 2012 und Ende 2013 durch ein Lügengespinst rund um ein vermeintliches Erbe auf einem Schweizer Konto ergaunert haben. Tatsächlich gab es dieses Geld – die Rede war von etwa zehn Millionen Euro sein – gar nicht.

Die einschlägig vorbestrafte Täterin war 2012 erst wenige Wochen wieder auf freiem Fuß, als sie sofort wieder begann, mit ihren Lügengeschichten neue Opfer zu finden, stellte die 4. Große Strafkammer m Aachener Landgericht in der Urteilsbegründung fest. Als Leumund verwendete Ingrid S., die sich den Tarnnamen „Zander“ oder „Fisch“ zulegte, Günter S., einen einstmals renommierten Aachener Anwalt.

Der heute 82-Jährige sammelte für „Zander“ bei Geschäftsleuten in Aachen mit horrenden Gewinnversprechen Gelder in Höhe von insgesamt 144.000 Euro ein. Doch der Anwalt wurde abgehört, weil er in Verbindung zu den bis heute größtenteils verschwundenen Lösegeldern aus der Reemtsma-Entführung von 1996 stehen soll. S., der inzwischen seine Anwaltszulassung zurückgegeben hat, war Verteidiger des inzwischen entlassenen Reemtsma-Entführers Thomas Drach aus Köln.
 
Das Gericht stellte fest, dass der Anwalt durchaus getäuscht wurde, aber nichtsdestoweniger eine Mitschuld an den Taten habe. Er wurde in diesem Verfahren nur als Zeuge geführt.
Die Angeklagte hatte die Taten gestanden und wird jetzt ihre Strafe vollständig absitzen müssen.
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