„Mit Kind in Arbeit”: Ganzheitlicher Blick ermöglicht Lösungen

Von: Nina Mainz
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Abschluss des Projektes "Mit Kind in Arbeit": Die Organisatoren und Referenten des Abschlusstages zogen eine positive Bilanz. Foto: Ralf Roeger

Städteregion Aachen. Alleinerziehend zu sein ist vor allem eines – eine Herausforderung. Die Kinder brauchen Aufmerksamkeit und Zeit, und gleichzeitig muss der Lebensunterhalt bestritten werden. Daher kämpfen alleinerziehende Mütter und Väter mit besonderen Problemen und haben andere Bedürfnisse als andere Familien.

„Mika“, ausgeschrieben: „Mit Kind in Arbeit”, ist ein erfolgreiches Modellprojekt zur Förderung von Alleinerziehenden, mit dem Ziel, sie in die Arbeitswelt zu integrieren. Jetzt wurde das zweijährige Modellprojektes des Vereins für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VABW) und des Nell-Breuning-Hauses abgeschlossen.

Zielgruppe waren alleinerziehende Mütter oder Väter von Kindern zwischen 3 und 14 Jahren, die Leistungen vom Jobcenter der Städteregion bezogen und außerdem arbeitslos waren. Insgesamt haben 197 Alleinerziehende im Alter zwischen 23 und 50 Jahren in Aachen, Eschweiler und Herzogenrath teilgenommen. Bei nur 14 alleinerziehenden Vätern war der Großteil der Teilnehmer weiblich.

Knapp ein Drittel der Mütter und Väter hatte entweder gar keine oder zehn bis zwanzig Jahre zurückliegende Berufserfahrung. Das macht die besondere Notwendigkeit von Unterstützung auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben deutlich. Außerdem hatten viele Teilnehmer – wie das bei Alleinerziehenden oft der Fall ist – allgemeine Probleme wie Überlastung durch die Trennungssituation, Sorgerechtsstreitigkeiten, wenig soziale Kontakte und schulische Probleme oder Verhaltensauffälligkeiten der Kinder. Teilnehmer mit Migrationshintergrund hatten zudem zum Teil Sprachprobleme und Schwierigkeiten, ausländische Berufsausbildungen in Deutschland anerkennen zu lassen.

Zentraler Bestandteil des Projektes war eine umfassende Betreuung mit dem Ziel der Persönlichkeitsentwicklung und beruflichen Neuorientierung. Es gab die Möglichkeit, berufsbezogene Kenntnisse wie Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sowie allgemeine Berufsqualifikationen in Mathematik, EDV und Deutsch zu erwerben. Außerdem wurden die Teilnehmer beim Verfassen von Bewerbungen unterstützt und auf Vorstellungsgespräche vorbereitet. Auch durch Hilfe im Umgang mit Behörden und Einrichtungen wurde den Alleinerziehenden der Weg zurück in die Erwerbstätigkeit geebnet.

Viele Netzwerkpartner

Nicht zuletzt war und ist die Kinderbetreuung ein wichtiges Thema: Wer passt auf meine Kinder auf, wenn ich Arbeiten muss? Vor allem in Bezug auf die sogenannten „Randzeiten“, das heißt vor und nach den üblichen Kindergartenzeiten, ist das oft eine quälende Frage für Alleinerziehende. Alle diesen Fragen, Sorgen und Nöten alleinerziehender Mütter und Väter widmete sich das Projekt mit einem Netzwerk von Institutionen und Einrichtungen wie Kindergärten, Jobcentern, der „Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung“ NRW und Jugendämtern. Dank des ganzheitlichen Blicks auf die Lebensumstände der Alleinerziehenden und der engen Zusammenarbeit zwischen Netzwerkpartnern und Teilnehmern konnten individuelle Lösungen gefunden werden.

Die Teilnehmer von „Mika“ sind sich einig, dass das Projekt eine große Hilfe war und ist. Nicht nur die Unterstützung bei der Jobsuche haben sie als unwahrscheinlich positiv empfunden, sondern auch den Kontakt zu anderen Alleinerziehenden mit denselben Problemen und Sorgen. Geleitet wurde das Projekt, das vom Jobcenter der Städteregion Aachen, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Europäischen Sozialfonds finanziell unterstützt wurde, von Susanne Frenzl (VABW) und Dr. Christina Herrmann .

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