Mit Bildern Kindern helfen

Von: Eckhard Hoog
Letzte Aktualisierung:
smeetsbild
Sie stiftet über 120 Abzüge ihrer meisterlichen Haiti-Fotos, die sie im Computer gespeichert hat: die 22-jährige Eupener Fotografin Alice Smeets. Der Erlös kommt haitianischen Kindern zugute. Foto: Ralf Roeger

Herzogenrath/Port-au-Prince. Die haitianische Regierung hat angekündigt, dass am 1. März der Schulbetrieb wieder losgehen soll. Doch schätzungsweise rund 90 Prozent aller Schulgebäude sind entweder total zerstört oder schwer beschädigt.

Alice Smeets, die junge Eupener Fotografin, die mit ihren Bildern von der Katastrophe viel Aufsehen erregt hat (wir berichteten), kennt auch diese Situation aus eigener Anschauung. Anfang März reist sie zurück, um weitere Aufnahmen zu machen. Mittlerweile spricht die 22-Jährige selbst Kreol, die Sprache der Haitianer, die sie seit einer ersten Fotoreportage im Jahr 2007 in ihr Herz geschlossen hat.

Alice Smeets hat in Port-au-Prince gesehen, dass die Menschen dringend weitere Unterstützung brauchen, vor allem eben die Kinder. „Viele leben nicht einmal in einem Zelt.” Bevor sie nun wieder aufbricht, möchte sie einen eigenen Beitrag leisten, um den Opfern der Katastrophe zu helfen. Ihr Partner ist dabei die Artco-Galerie in Herzogenrath mit ihrem Galeristen Joachim Melchers. Beide veranstalten vom 17. bis zum 23. Februar unter dem Titel „Haiti Chéri” eine Ausstellung von Alices Fotoarbeiten, die seit 2007 auf fünf Haiti-Reisen entstanden sind. Der Verkaufserlös ist komplett für die Opfer des Erdbebens bestimmt.

Wiederaufbau einer Schule

Dabei hat die Eupenerin zwei ganz konkrete Projekte in Port-au-Prince im Blick, die sie mit der Hilfsorganisation Haiti Care Berlin und dem von ihr in Eupen gegründeten gemeinnützigen Verein „Viv Timoun” (Kreol: Lebe kleiner Mensch) unterstützt: den Wiederaufbau einer Schule und eines Waisenhauses, die beide durch das Beben völlig zerstört wurden. Außerdem plant Alice Smeets selbst die Gründung eines Waisenheims.

Die Idee der Aktion hat sich bereits herumgesprochen. Joachim Melchers hat Zusagen von vielen Institutionen und Firmen aus der Region, die dafür gerne Bilder von Alice Smeets erwerben wollen. Insgesamt stehen fürs Erste jeweils drei mal 43 verschiedene Motive zur Verfügung, darunter befinden sich auch Abzüge des 2008 preisgekrönten „Unicef-Foto des Jahres”: Ein Mädchen im weißen Kleid watet durch Pfützen, während zwei Schweine vor rostigen Wellblechhütten im Schlamm nach Fressbarem suchen.

Unterstützung findet die Aktion auch durch Brigitte Franzen, die Leiterin des Aachener Ludwig Forums. Sie wird bei der Eröffnung der Ausstellung in der Artco-Galerie am Sonntag, 21. Februar, um 12 Uhr die Einführung halten, bevor der Herzogenrather Bürgermeister Christoph von den Driesch Grußworte spricht.

„Die Kinder lassen sich gerne fotografieren”, erzählt Alice über ihre Erlebnisse. Vorbehalte hat sie bei manchen Erwachsenen erfahren, die meinten, sie würde mit den Bildern vom Elend letztlich nur „reich” werden.

Mit den Bildern, die auf ihrer nächsten Reise entstehen, versucht sie, in Belgien und Deutschland für jeweils ganz bestimmte Kinder Paten zu gewinnen, die mit einem monatlichen Beitrag zum Beispiel den Besuch einer Schule sichern können. Und es wird nicht das letzte Mal sein, dass Alice nach Haiti reist. Ihr Ziel formuliert sie so: „Ich habe mich entschieden, mit der Kamera die Geschichten einzufangen, die das Leben geschrieben hat. Es geht darum, die Schönheit der Dinge zu erkennen, und gleichzeitig zu versuchen, die Grausamkeiten, mit denen die Menschheit zu kämpfen hat, einzufangen.”

Eine Woche dauert die Ausstellung, im Internet drei Monate lang

Alice Smeets´ Bilder werden vom 17. bis zum 23. Februar (Eröffnung 21. Februar, 12 Uhr) in der Artco-Galerie in Herzogenrath, Ferdinand-Schmetz-Platz 2, ausgestellt. Geöffnet: Di.-Fr. 9.30-12 und Di.-So. 15-18 Uhr, sowie nach Vereinbarung, 02406/93628.

Die Fotoarbeiten sind zu Sonderpreisen erhältlich: das preisgekrönte Unicef-Bild (60 x 90 cm auf Alu-Platte) für 1100 Euro, andere Motive in den Größen 60 x 90 cm (600 Euro), 40 x 60 cm (450 Euro) und 20 x 30 cm (300 Euro.).
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert