Millioneninvestitionen gegen Bahnkollaps

Von: dpa
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Der überlastete Bahnknoten Köln muss einem Gutachten zufolge mit Millioneninvestitionen vor einem nahenden Kollaps bewahrt werden. Foto: dapd

Köln. Die Nahverkehrsbahnen sind überfüllt, für zusätzliche Güterzüge gibt es keinen Platz - der „Bahnknotenpunkt Köln” stößt seit Jahren an seine Grenzen.

Ein Gutachten im Auftrag von NRW-Verkehrsministerium, Nahverkehr Rheinland (NVR) und Deutsche Bahn Netz listet nun Gegenmaßnahmen auf.

Gefordert werden 15 Bauprojekte, die stufenweise bis 2030 umgesetzt werden sollen. „Das Gutachten liefert uns endlich eine fundierte Basis, um die Aufnahme des Bahnknoten-Ausbaus in den Bundesverkehrswegeplan zu forcieren”, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium, Horst Becker (Grüne), am Dienstag in Köln.

Ein wesentlicher Punkt der Forderungen ist der Ausbau der S-Bahn-Strecke. Im Kölner Hauptbahnhof und im Bahnhof Messe/Deutz müssten zwei weitere S-Bahn-Gleise gebaut werden. Darauf könnten dann auch einige Regionalbahnlinien verlagert werden. Ziel sei ein Betrieb im Zweieinhalb-Minuten-Takt, um auf diese Weise andere Gleise zu entlasten. Weitere Empfehlungen sind zum Beispiel der Neubau des Kölner Westrings und die Verlängerung der Schnellfahrstrecke aus Frankfurt bis zum Bahnhof Köln Messe/Deutz.

Ob und wann allerdings das nötige Geld fließt, ist ungewiss. Eine Kostenschätzung wollte Bringfried Belter, Vertriebsleiter bei DB Netz, nicht abgeben - nur, dass es „mit Sicherheit in den zweistelligen Millionenbereich” gehe. Nächster Schritt sei es nun, mögliche Geldquellen bei Bund und Land für das Thema aufzutun.

Mit dem Gutachten habe man nun einen bundesweiten Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Projekten, die den Topf des Bundesverkehrsministeriums anzapfen wollen, sagte NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober. Denn das Gutachten erbringe erstmals den technischen Nachweis, dass die mangelnde Infrastruktur in der Kölner Region das Problem für die Engpässe sei.

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