Eupen/Paderborn - Millionen Zigaretten von Belgien nach Deutschland geschmuggelt

Millionen Zigaretten von Belgien nach Deutschland geschmuggelt

Von: Ulrich Pfaff
Letzte Aktualisierung:

Eupen/Paderborn. Mit 9,5 Millionen unversteuerten Zigaretten aus Ostbelgien befasst sich seit Dienstag das Landgericht Paderborn. Es geht um einen Steuerschaden des deutschen Fiskus von mehr als acht Millionen Euro.

Sechs mutmaßliche Mitglieder einer Bande sind angeklagt, vier von ihnen kommen aus Ostwestfalen, darunter auch der mutmaßliche Kopf der Gruppe. Die Zigaretten sollen in Ostbelgien illegal hergestellt worden sein.

Die Anklage legt den sechs Männern im Alter zwischen 28 und 44 Jahren zur Last, in insgesamt 18 Fällen unversteuerte Zigaretten, die unter anderem in Verviers und Eupen produziert wurden, über die Grenze geschmuggelt, in Ostwestfalen zwischengelagert und an Großabnehmer verkauft zu haben. Ein 39-jähriger Speditionsmitarbeiter aus Hövelhof bei Paderborn soll dabei der Drahtzieher und Auftraggeber für die Produktion gewesen sein, als einer der Großabnehmer sitzt ein 42-Jähriger aus Holzwickede auf der Anklagebank. Für die Transporte der illegalen Tabakwaren per Sattelzug sollen zwei in Paderborn lebende Moldawier zuständig gewesen sein: ein ehemaliger Polizist (31) und sein Onkel.

Ein anonymer Hinweis an den Zoll brachte die Ermittlungen ins Rollen. Mitte August 2014 ging ein mit 25.000 Stangen Zigaretten beladener Lkw, der von den beiden Moldawiern begleitet wurde, am Kamener Kreuz einer zielgerichteten Kontrolle ins Netz. Am 14. Oktober schließlich griffen Polizei und Zoll in Eupen, Hövelhof und Bielefeld zu und beschlagnahmten Millionen von Zigaretten, allein in Eupen 1,3 Millionen, dazu fünf Tonnen Rohtabak und eine Produktionsanlage. Insgesamt gab es in diesem Zusammenhang auf beiden Seiten der Grenze 31 Festnahmen. Die in Paderborn Angeklagten gelten als Kern der Bande.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor Verhandlungsbeginn den sechs Angeklagten ein Entgegenkommen beim Strafmaß in Aussicht gestellt, falls sie ein Geständnis ablegen. Ob die Erklärung des 39-Jährigen als solches vom Gericht akzeptiert wird, ist fraglich. Er räumte zwar seine Beteiligung an den 18 Schmuggel-Fällen ein, will aber nicht der Kopf der Bande sein. Dieser sei ein Mann, der als „der Dicke“ bekannt sei: ein in Brüssel lebender ehemaliger rumänischer Polizist, der im großen Stil verschiedene Firmen in Deutschland und Belgien betreibe. Der Prozess ist auf zehn Verhandlungstage angesetzt.

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