Millionärin ermordet und in See geworfen: Lebenslang gefordert

Von: dpa
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Mönchengladbach. Für den Mord an einer Millionärin in Mönchengladbach sollen zwei Männer lebenslang hinter Gitter. Das hat die Staatsanwältin am Freitag am Landgericht in Mönchengladbach gefordert.

Zudem beantragte die Anklägerin, die besondere Schwere der Schuld für die 22 und 54 Jahre alten Angeklagten festzustellen. Der dritte Angeklagte (21) soll wegen Mordes zu neuneinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt werden.

Die Leiche der betagten reichen Dame war in einem Fass auf einem See treibend entdeckt worden. Die Täter hatten vergeblich versucht, sie mitsamt dem Fass zu versenken. Die Staatsanwältin sprach von einer „Tat, die ihresgleichen sucht”.

Aus Habgier soll der 21-Jährige die 89-jährige Witwe eine Treppe hinuntergestoßen und dann mit einem Fahrrad-Bremszug gedrosselt haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte das Trio es auf das Vermögen der hochbetagten Dame abgesehen. Sie hätten die reiche alte Frau in dem Glauben ausgesucht, dass niemand sie vermissen würde.

Der 54-Jährige, der der Frau mit Gelegenheitsarbeiten geholfen hatte, trat nach ihrem Tod als Haus- und Vermögensverwalter auf. Laut Anklage hob er innerhalb eines Monats mehr als 8500 Euro vom Konto des Opfers ab. Schmuck des Opfers fand sich bei der Freundin eines Angeklagten wieder.

Mit der Behauptung, die Dame habe sich aus einem Kurort gemeldet und sei wohlauf, machte sich der bereits als Betrüger in Erscheinung getretene Mann dann verdächtig. Mehrere Vollmachten, die ihn zum Verkauf der Immobilien der Frau berechtigen sollten, erwiesen sich als plumpe Fälschungen. Während die Tote noch im Keller lag, soll der 54-Jährige schon einen Kaufinteressenten durch ihr Haus geführt haben.

Der 21-Jährige hatte die Polizei rund sechs Wochen nach der Tat zu der Leiche geführt, nachdem eine Angehörige und eine Nachbarin der 89-Jährigen Vermisstenanzeige erstattet hatten - und für das Trio die Luft dünner wurde. Mit der Beute wollten die mutmaßlichen Täter angeblich eine Haschisch-Plantage aufbauen.

Als die Polizei gezielt nach der 89-Jährigen zu suchen begann, sollen die Angeklagten die mehrere Wochen lang in einem Keller und einer Garage deponierte Leiche in einer Regentonne verstaut und mit ätzendem Kalk übergossen haben.

Der Versuch, das Fass in einem See zu versenken, schlug fehl. Es schwamm noch zwei Tage später an der Oberfläche, als die Ermittler eintrafen. „Wir haben das Fass heruntergedrückt, aber es kam immer wieder hoch”, sagte der 21- Jährige bei der Polizei.

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