Merzenich/Aachen - Michael Zobels Appell für Hambacher Frieden

Michael Zobels Appell für Hambacher Frieden

Von: gego
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„Helfen Sie mit, den Hambacher Wald zu retten“: Waldführer Michael Zobel hat einen eindringlichen Appell an RWE geschrieben. Foto: Archiv/Krömer

Merzenich/Aachen. In die Bemühungen um einen Frieden für den Hambacher Forst hat sich nun der Aachener Waldführer Michael Zobel eingeschaltet. In einem Brief, den er vergangene Woche an führende RWE-Angestellte inklusive der Vorstandsmitglieder geschickt hat, bittet Zobel unter anderem darum, die Rodungssaison 2016/2017 verstreichen zu lassen, ohne weitere Bäume im Hambacher Forst zu fällen.

 Zobel schreibt, RWE sei im kommenden Jahr nicht auf zusätzliche Flächen des Hambacher Forsts angewiesen, um den Betrieb des Tagebaus Hambach uneingeschränkt fortführen zu können. Während früherer Rodungssaisons war es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Umweltaktivisten und RWE-Mitarbeitern gekommen.

Zobel veranstaltet seit zweieinhalb Jahren Führungen durch den Hambacher Forst, fast 4000 Menschen sind in dieser Zeit mitgegangen, sagt Zobel. Er hat das Wiesencamp am Hambacher Forst, in dem seit 2012 Umweltaktivisten leben, auch finanziell unterstützt. In seinem Schreiben stellt Zobel fest, dass „RWE die Zeichen der Zeit offensichtlich erkannt“ habe. Die neu gegründete RWE-Tochterfirma Innogy setze „auf erneuerbare Energien – ,zum Wohle unserer Kinder‘, wie es in einem Werbespot heißt“. Zobel bittet die RWE-Entscheider, sich „einen Ruck zu geben“ und ein Zeichen zu setzen: „Stoppen Sie die Umsiedlungen, und nehmen Sie sich Zeit, die ökonomischen, ökologischen und nachhaltigen Aspekte für die Notwendigkeit der weiteren Kohleförderung neu zu berechnen“.

Die Nideggener Landtagsabgeordnete Gudrun Zentis (Grüne) hält Zobels Vorschläge für „realistisch und unterstützenswert“. RWE „würde nichts verlieren, wenn sie ein Jahr lang nicht roden“. Auch Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) ist zumindest nicht gegen Zobels Vorschläge. Ob sie realistisch sind, könne er aber nicht beurteilen. „Die bevorstehende Rodung ist zweifellos rechtens“, sagt Spelthahn, „aber ob sie politisch klug ist, weiß ich nicht.“ Schließlich seien im Rahmen der Aktion „Ende Gelände“ für 2017 wieder große Protestaktionen im Rheinischen Revier angekündigt worden.

Der Jülicher Landtagsabgeordnete Josef Wirtz (CDU) ist gegen Zobels Vorschläge. Seiner Meinung nach müsse jede Diskussion mit den Umweltaktivisten und ihren Sympathisanten unter der Voraussetzung einer freiwilligen Räumung des Wiesencamps beginnen, aus dem heraus Hunderte Straftaten begangen worden seien.

RWE erklärte am Montag, zunächst den Brief von Michael Zobel beantworten zu wollen. Erst im Anschluss werde eine öffentliche Stellungnahme folgen.

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