Aachen/Berlin - Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite

Michael Mronz: Der Mann an Westerwelles Seite

Von: Frank Rafalski und Christoph Sator, dpa
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Guido Westerwelle Michael Mronz
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle (links) mit seinem Lebensgefährten Michael Mronz. Foto: dpa

Aachen/Berlin. Guido Westerwelle brauchte lange, um sich zu seiner Homosexualität zu bekennen. Erst mit Anfang 40 hatte der FDP-Chef sein „Coming Out”. Jetzt, mit 47, zeigt er auch in der Öffentlichkeit gern, dass er privat mit einem Mann glücklich ist.

Auch am Wahlabend hatte er seinen Lebenspartner Michael Mronz (42), in Aachen seit zwölf Jahren als Geschäftsführer der Reitturnier GmbH bekannt und erfolgreich, an seiner Seite. Nahm ihn auch in den Arm. In Berlin ist das eine Selbstverständlichkeit. Anderswo in der Welt noch nicht: Viele ausländische Zeitungen wiesen am Tag nach der Wahl darauf hin, dass Deutschland nun seinen ersten offen schwulen Außenminister bekommt.

Die lange Zurückhaltung begründete Westerwelle später damit, dass er erst in festen Händen sein wollte, bevor er seine private Beziehung öffentlich machte. Dabei wussten im Politbetrieb früher schon die meisten, dass der FDP-Chef Männerpartnerschaften bevorzugte. Ganz Berlin tuschelte zum Beispiel darüber, als sich Westerwelle im dandyhaften weißen Anzug in Venedig fotografieren ließ. Offiziell war das aber kein Thema.

Die etwas verklemmte Situation beendete Westerwelle im Sommer 2004. Ausgerechnet bei der Feier zum 50. Geburtstag seiner Duzfreundin Angela Merkel trat er mit seinem Freund erstmals „offiziell” auf. Seither waren beide oft gesehene Gäste beim Bundespresseball, bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth oder bei anderen gesellschaftlichen Veranstaltungen. Auch auf internationalen Reisen war Mronz schon dabei, als Mitglied der begleitenden Wirtschaftsdelegation.

Der Diplom-Kaufmann ist einer der bekanntesten deutschen „Event- Manager”. Mronz verdient sein Geld mit der Vermarktung von großen Sportveranstaltungen - zum Beispiel das weltweit beachtete Aachener Reitturnier CHIO oder verschiedene Marathonläufe. Schon seit 1992 hat er eine eigene Firma, die Kölner Event-Agentur MMP. Bei der Leichtathletik-WM im August in Berlin war er als Marketingchef für den Ticketverkauf zuständig - mit allerdings mäßigem Erfolg.

Mit Sport hat der Architektensohn schon lange zu tun: Bereits als BWL-Student organisierte er Tennisturniere. Der ältere Bruder Alexander Mronz gehörte zeitweise zu den besten deutschen Tennisspielern - auch wenn er es vor allem als erster Freund von Steffi Graf in die Schlagzeilen brachte. Auch Michael („Micky”) Mronz spielt Tennis, nach eigener Einschätzung aber „eher auf Hobby- Niveau”. Außerdem joggt er zwei- oder drei Mal die Woche.

Das Paar lebt in zwei Wohnungen - eine in Berlin-Charlottenburg, eine in Köln. Heiratspläne? „Ich habe Ihnen doch schon mal gesagt, dass ich es Ihnen verrate, wenn sich was ändert”, antwortete Westerwelle kürzlich der „Bunten” nur. „Es bleibt dabei, dass mein Privatleben meine Privatsache ist.” Ähnlich hört sich das beim Partner an. „Ich definiere mich über meinen Beruf, nicht über mein Privatleben”, sagt Mronz. Und zum Schwulsein: „Ich schäme oder verstecke mich nicht. Aber ich will mich nicht darüber definieren.”

Westerwelle ist der Meinung, dass seine sexuelle Orientierung künftig kein großes Thema sein wird. In den vergangenen Jahren habe er schon „viele Gespräche mit herausragenden Persönlichkeiten in aller Welt” geführt. „Glauben Sie mir, es hat nicht ein einziges Mal eine Rolle gespielt, dass ich mit einem Mann zusammen bin.” Die stabile Beziehung, so Westerwelle, helfe ihn, mit Höhen und Tiefen des politischen Geschäfts besser umzugehen. Seine Umgebung sieht das auch so. Er sei deutlich umgänglicher geworden.

Außerdem gelang es Westerwelle über das Privatleben auch, ein neues Parteimitglied zu gewinnen. Der einstige CDU-Mann Mronz trat in diesem Jahr in die FDP ein. Begründung: „Nach 120 Reden des Parteivorsitzenden bin ich nun vollends überzeugt.”
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