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Metalltarifrunde 2016 startet in NRW

Von: dpa
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Düsseldorf/Krefeld. Für 700.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen wird es von diesem Montag an spannend. Arbeitgeber und Gewerkschaften treten zur ersten Verhandlungsrunde über einen neuen Tarifvertrag im größten Industriezweig des Landes zusammen.

Die IG Metall geht mit einer Forderung von 5 Prozent mehr Geld in die Tarifrunde bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Auslastung der Betriebe sei stabil und die Beschäftigungssituation gut, begründete der Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, im Vorfeld den Zuschlag.

Die Metallarbeitgeber warnten dagegen vor einer „realitätsfernen” Lohnpolitik. Die Forderung der IG Metall, die auch in den anderen Tarifbezirken auf dem Tisch liegt, bezeichnete Metall-NRW-Präsident Arndt Kirchhoff als „unvernünftig und unverträglich hoch”. Dabei verwies er auf extrem unterschiedliche Firmenkonjunkturen und die schwankenden Absatzmärkte. Die strukturellen Probleme der Branchen würden derzeit durch billiges Geld, günstige Wechselkurse und niedrige Ölpreise übertüncht. Kirchhoff erwartet eine schwierige Tarifrunde.

Nordrhein-Westfalen ist gemeinsam mit Sachsen-Anhalt der dritte Bezirk, in welchen die Metall-Tarifverhandlungen aufgenommen werden. Den Auftakt hatten Niedersachsen und der Tarifbezirk Küste gemacht. Bei den Verhandlungen in Krefeld werden noch keine Ergebnisse erwartet. Auch ein Angebot der Arbeitgeber dürfte erst bei späteren Sitzungen auf den Tisch kommen. Im vergangenen Jahr hatten sich beide Seiten auf ein Plus von 3,4 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Monaten geeinigt.

Mit einem Abschluss der Verhandlungen wird frühestens im Mai gerechnet. Der derzeit gültige Tarifvertrag läuft zum 31. März aus, die Friedenspflicht endet am 28. April. Warnstreiks in der Branche sind damit ab 29. April möglich. Derzeit steht noch nicht fest, auf welchen Tarifbezirk der Pilotabschluss zurollt. Bayern, NRW und Baden-Württemberg gehören wegen ihrer Größe stets zu den gesetzten Tarifbezirken. In NRW wurde zuletzt 2010 der für die Branche wegweisende Abschluss erzielt. Mit 1200 tarifgebundenen Mitgliedern ist NRW der mitgliederstärkste Verband von Gesamtmetall.