Metalldiebe auf Plündertour in abgebranntem Möbellager

Von: heck
Letzte Aktualisierung:
2015-06-02fen0055.JPG
Nur noch verkohlte Trümmer blieben von der Möbelhalle im Aachener Gewerbegebiet an der Gut-Dämme-Straße. Foto: Ralf Roeger
2015-06-01fe0020.JPG
Der Großbrand galt als der schwerste in Aachen seit Jahrzehnten. Foto: Ralf Roeger.

Aachen. Nach dem Großfeuer im Poco-Möbellager und Selection-Fitnesscenter an der Gut-Dämme-Straße am 1. Juni verhören die Ermittler noch immer den 43-Jährigen, der für den größten Brand in Aachen seit Jahrzehnten verantwortlich sein soll. Nun wurde das Gelände erneut von Kriminellen heimgesucht - diesmal waren es Metalldiebe.

Wie die Aachener Polizei meldete, bemerkte eine aufmerksame Zeugin um 2.48 Uhr in der Nacht zum Donnerstag drei Männer, die das mit einem Bauzaun abgesicherte Gelände betraten. Die Drei kehrten kurz danach mit mehreren Metallgegenständen zurück, die sie in einem Wagen deponierten, der dort mit einem Fahrer wartete.

„Das Fahrzeug, ein silberner Pkw mit osteuropäischem Kennzeichen und defektem Abblendlicht, verließ danach die Tatörtlichkeit“, berichtete die Polizei am Donnerstag. Die drei Männer verschwanden in der Dunkelheit, eine Fahndung der alarmierten Polizei verlief ohne Erfolg.

„Offenbar hat die Tätergruppe den Tatort zuvor ausbaldowert“, sagte ein Polizeisprecher. So konnte eine Zeugin am Vorabend gegen 22.30 Uhr ein Auto beobachten, das die Gut-Dämme-Straße trotz Dunkelheit mehrfach ohne eingeschaltetes Abblendlicht auf- und abfuhr.

Hinweise und Angaben zu den Tätern nimmt die Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0241/9577-31101 und außerhalb der Bürozeiten unter der 9577-34210 entgegen.

Bei dem Feuer am 1. Juni war die rund 7000 Quadratmeter große Halle des Poco-Abhollagers völlig zerstört worden. Auch das angrenzende Fitnessstudio brannte aus, eine Fußballhalle wurde beschädigt. Nach dem Feuer ging bei dem Möbeldiscounter ein Erpresserschreiben ein, in dem ein Millionenbetrag gefordert wurde. Zuvor hatte bereits am 22. Mai ein Kölner Lager des Unternehmens gebrannt, auch dort hatte es einen Erpressungsversuch gegeben.

Bei beiden Bränden war ein Gesamtschaden von rund fünf Millionen Euro entstanden. Wenige Tage nach dem Feuer in Aachen nahm die Polizei einen 43-jährigen Mann aus Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis fest. In seiner Wohnung fanden die Beamten Brandbeschleuniger und Hinweise auf die Erpresserschreiben. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen räuberischer Erpressung und schwerer Brandstiftung erlassen. Er bestritt die Taten und verweigerte die Aussage.

An der Suche nach dem Täter beteiligten sich zeitweilig bis zu 200 Ermittler.

Leserkommentare

Leserkommentare (12)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert