Messerangriff: Polizei findet Akte nicht und räumt Panne ein

Von: az
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Im Bild die Festnahme des Messerstechers in der Aachener Vereinsstraße. Foto: die Festnahme des Messerstechers in der Aachener Vereinsstraße.

Aachen. Die Akte ist und bleibt spurlos verschwunden. Alle Erkenntnisse nach dem Messerangriff eines 43-Jährigen auf seine Tante im Jahr 2005 sind somit weg - zumindest bei der Polizei.

Derselbe Mann aus Alsdorf hatte vor drei Wochen in Aachen eine 34 Jahre alte Frau lebensgefährlich verletzt. Kritik wurde laut, seine Gefährlichkeit sei bekannt gewesen, ohne dass gehandelt wurde. Das Verfahren von 2005 war nie zu einem Ende gebracht worden.

Die Polizei hat als erstes Ergebnis ihrer internen Ermittlungen nach den Ursachen - eingeleitet nach einem Bericht unserer Zeitung - die Panne eingeräumt.

Die Ermittlungsakte von damals sei bei der Staatsanwaltschaft offenbar nie eingegangen. Wo die Ermittlung wegen gefährlicher Körperverletzung gelandet ist, bleibt unklar.

Polizeipräsident Klaus Oelze kündigte weitere interne Ermittlungen an und entschuldigte sich: „Das ist bedauerlich und darf sich nicht wiederholen.”

Die Polizei erklärt, dass die Akte zumindest elektronisch das Präsidium Richtung Staatsanwaltschaft verlassen habe. Entscheidend bleibe aber die „Papierakte”. Oelze sieht nun die Notwendigkeit einer „Überprüfung und Verbesserung der Kommunikationswege” zwischen den Behörden.

Robert Deller, Sprecher der Staatsanwaltschaft, erklärt: „Mit dieser Erklärung ist bestätigt, dass die Akten nie bei uns eingegangen sind.” Dem Hinweis auf den elektronischen Versand widersprach er: Es werde nichts elektronisch an seine Behörde versandt, man erhalte lediglich einen Schlüssel zum Abruf von Personalien. Dieser Schlüssel aber stehe auf dem Schriftsatz - der nie ankam.
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