Aachen - „Menschen 2017“: Eine echte Herzensangelegenheit

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„Menschen 2017“: Eine echte Herzensangelegenheit

Von: Christoph Velten
Letzte Aktualisierung:
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Vor vollem Publikum war die Gala „Menschen 2017“ auch in diesem Jahr wieder ein Erfolg.
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Hat ein Herz für den Amateursport: DFB-Präsident Reinhard Grindel.
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Ein Heiratsantrag im XXL-Format: Peter Peters und seine Freundin Nicole Lürken erzählen Amien Idries, wie das war – damals im August.
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Markus Diegmann will das Thema Kindesmissbrauch aus der Tabuzone holen.
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Gastgeber: Bernd Mathieu im Gespräch mit Matthias Hindemith von Mercedes-Benz.
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Trägt die Musik im Herzen: Vor 21 Jahren landete Detlef Malinkewitz mit einem Elvis-Presley-Cover einen internationalen Chart-Hit.
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Launiges Miteinander: Susanne Laschet im Gespräch mit Chefredakteur Bernd Mathieu.
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Unternehmer in Sachen E-Mobilität: Professor Günther Schuh gibt Auskunft über die Produktion des e.Go in Aachen.
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Aachen. Bumbum, bumbum. Ein bisschen schneller dürfte das Herz von Susanne Laschet schon geschlagen haben, denn so war das alles natürlich nicht geplant. Eigentlich sollte ja ihr Mann auf der Bühne sitzen, Armin Laschet, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Der hat eigens die Sondierungsgespräche in Berlin unterbrochen, um am Mittwochabend als Gast bei der Gala „Menschen 2017“ auf das für ihn so erfolgreiche politische Jahr zurückzublicken und vielleicht noch einen kleinen Einblick in die Stimmungslage der aktuellen Regierungsbildung zu gewähren. Ein defekter Flieger macht ihm und den rund 600 Gästen von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten in der Mercedes-Benz-Niederlassung Aachen jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Spontan und sichtlich gelassen ob der Abwesenheit ihres Mannes nimmt also Susanne Laschet auf der Bühne Platz und gibt Einblicke in das Leben als „First Lady“ von NRW. Dass ihr Mann trotz Verabredung doch nicht auftaucht? „Das kommt so oder so ähnlich schon öfter vor“, sagt sie mit der Selbstverständlichkeit, die man wohl nur haben kann, wenn man die Frau an der Seite eines vielbeschäftigten Spitzenpolitikers ist. Aber schließlich komme es ja „nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität“ der Zeit an, die sie mit ihrem Mann verbringt.

So entwickelt sich ein launiges Gespräch mit Chefredakteur Bernd Mathieu, der zusammen mit Amien Idries, Chef vom Dienst dieser Zeitung, ebenso charmant wie kurzweilig durch den Abend führt. Laschet erzählt von der steigenden Nervosität bei ihr und ihrem Mann kurz vor der Landtagswahl im Mai, „als klar wurde, dass es tatsächlich klappen könnte“. Von den für sie „überraschend vielen Anfragen“, die man als Frau des Ministerpräsidenten bekomme und so „mancher schlaflosen Nacht“, weil man eben nicht allen Bitten nachkommen könne.

Keine Antwort zu den Sondierungsgesprächen

Über wen ihr Mann denn zu Hause mehr schimpfe, über die SPD, die FDP oder doch die eigene Partei, will Mathieu noch wissen. Pause. Lange Pause. Lachen. Und die Sondierungsgespräche? „Also bitte!“, empört sich Susanne Laschet mit breitem Lächeln. „Erwarte von mir jetzt aber nicht wirklich eine Antwort!“ Zum Schluss bleibt jede Menge Applaus und die von Mathieu scherzhaft so formulierte Erkenntnis: „Richte deinem Mann aus, dass das Publikum froh war, dass die Maschine einen Defekt hatte, weil das ein wunderbares Interview ergeben hat.“

Die Gala „Menschen 2017“ steht unter der Überschrift „Herzensangelegenheiten“, bumbum, bumbum, und von denen gab es im vergangenen Jahr so einige. Agrarbetriebswirt Peter Peters hatte zum Beispiel eine. Er mähte seiner Freundin Nicole im August einen Heiratsantrag mit 15 Meter großen Buchstaben in ein Getreidefeld bei Übach-Palenberg. Natürlich hat sie „Ja“ gesagt. Geheiratet wurde zwar noch nicht, erzählen die beiden auf der Gala-Bühne. Aber das Versprechen sei fest gegeben. Ob nach dem XXL-Antrag auch die XXL-Hochzeit folgt, ist noch unklar. Lanxess-Arena oder Stoppelfeld-Party? Man darf gespannt sein.

Bumbum, bumbum. Das Wohnzimmerkonzert der Toten Hosen hat bei Familie Wassen aus Geilenkirchen Spuren hinterlassen. In den Herzen, weil man im April eine unvergessliche Party feierte, und im Wohnzimmer selbst, das hinterher renoviert werden musste. „Aber das hatte meine Frau ohnehin geplant“, erzählt Michael Wassen auf der Bühne. Eine sichtbare Erinnerung ist auch nach dem Neuanstrich geblieben. Die Handabdrücke von Sänger Campino sind an der Decke verewigt. „Da haben wir zwei Plexiglasplatten drüber gemacht. Die werden bleiben.“

Ein Moment zum Nachdenken

Bumbum, bumbum. Das Schicksal von Markus Diegmann geht zu Herzen. Als Kind wurde er wiederholt missbraucht. Vieles hatte er über die Jahre verdrängt, bis es ihn wieder einholte. Jetzt ist er „auf der Flucht“, wie er sagt, muss „in Bewegung bleiben“. Er hat sich ein Wohnmobil gekauft, fährt durch die Republik, sammelt Unterschriften gegen die Verjährungsfrist von Missbrauchstaten und will das Thema aus der gesellschaftlichen Tabuzone holen.

Auch in der Aachener Innenstadt warb er im vergangenen Jahr für sein Anliegen. 1055 Menschen unterschrieben seine Petition. „Nirgendwo anders habe ich bislang so viel Zuspruch bekommen“, sagt er im Gespräch mit Amien Idries. Eine Million Unterschriften will er haben, viele fehlen ihm noch. Wer ihn unterstützen möchte: www.tour41.net.

Bumbum, bumbum. Die Aufregung dürfte bei Thomas de Jong aus Übach-Palenberg in diesen Tagen noch ein bisschen steigen. Am Mittwochabend sitzt er jedenfalls noch relativ gelassen in seinem Rollstuhl und spricht über seine Pläne als Karnevalsprinz. „Alles kein wirkliches Problem“, gibt er Einblicke in die mitunter stressigen Wochen als Narrenherscher. „Ich habe viel Unterstützung.“ Dwayn Wollescheck aus Merkstein – er hat das Downsyndrom – und Kurt Macht aus Bardenberg – er ist fast blind – sind an diesem Abend ebenfalls da. Auch sie sind Karnevalsprinzen und alle zusammen ein Beispiel dafür, dass man auch mit Handicap seine Träume leben kann. Bewegend.

Bumbum, bumbum. Professor Günther Schuh ist stets am Puls der Zeit. Im Gespräch mit Mathieu gibt der Macher des Aachener Elekrtoflitzers e.Go Einblicke in die Welt der Forschung. „Als Wissenschaftler bin ich immer daran interessiert, meine Ideen auch in die Tat umzusetzen“, sagt er. Das ist längst gelungen - und die Erfolgsgeschichte soll weitergehen. Die neue Fabrik auf dem alten Philips-Gelände steht. „Am 15. Mai startet die Serienproduktion“, sagt Schuh. 200 e.Go werden zunächst gebaut und dann getestet. Ende September werden die ersten bereits vorbestellten Modelle an die Kunden ausgeliefert. Das erkennt auch Matthias Hindemith neidlos an. Der Vertriebsdirektor Pkw Rheinland bei Mercedes-Benz sagt: „Der e.Go ist ein Glücksfall für Aachen.“

Asienmeister in Aachen

Bumbum, bumbum. Das Geräusch, das die Kugeln beim Snooker erzeugen, ist das Lebenselixier von Omar Alkojah. Er ist syrischer Meister und Asienmeister – und nach seiner Flucht stand er eines Tages beim ASC Pot Black in Aachen vor der Tür. Am Mittwochabend ist auch er Gast bei der Gala „Menschen 2017“. Und Patrick Liedtke, Mitglied des Vereins, kann den Aufschwung, den der Verein durch Alkojah erfahren hat, immer noch kaum fassen. Zweimal sei man mittlerweile aufgestiegen. „Jetzt spielen wir in der ersten Bundesliga.“

Bumbum, bumbum. Das Herz von Antje Grothus schlägt für den Klimaschutz – und für ihre Heimatstadt Kerpen. Präzise in der Analyse, klar und deutlich in der Argumentation legt sie dar, warum das Festhalten an der Braunkohle als Energieträger den Strukturwandel ausbremst. „E-Autos auf die Straße zu bringen, die dann hinterher mit Strom fahren, der aus Kohle gewonnen wird, das ist absurd“, findet sie. Auch Dirk Weispach sitzt mit auf der Bühne.

Der Aachener Polizeipräsident ist kein Politiker, will sich nicht einmischen in die Diskussion über Sinn und Unsinn fossiler Energieträger. Seine Aufgabe ist es, die Proteste im Hambacher Forst in den Griff zu bekommen. Sein Mittel: Kommunikation. „Wir müssen es gewährleisten, dass die friedlichen Demonstranten ihre Rechte wahrnehmen können, müssen aber gleichzeitig den kriminellen Gewalttätern deutlich entgegentreten“, sagt er. Ein Spagat, der auch 2018 anstrengend werden wird.

Der Rückenschmerz, der Bernhard Paul am Morgen in die Glieder gefahren ist, muss schlimm gewesen sein. Doch der Roncalli-Chef ist das, was man eine Rampensau nennen darf. Wenn die Bühne ruft, ist er da. „Ein paar Spritzen vom Arzt und schon fühle ich mich wieder wie 69“, witzelt er. Im vergangenen Jahr ist Paul 70 geworden. In Aachen spricht er über seine Pläne. Und wenn man ihm so zuhört, dann möchte man glauben, ihm stünden noch mal 70 Jahre zur Verfügung. „Ich will den Zirkus neu erfinden“, sagt Paul.

Dazu gehört für ihn der völlige Verzicht auf Tiere in der Manege. „Nicht als Kniefall vor sogenannten Tierschutz-Organisationen wie Peta“, die Paul als „Stradivari unter den Arschgeigen“ bezeichnet. Frisch und modern will Paul mit Roncalli werden. Begeisterung und Leidenschaft vor allem bei jungen Menschen wecken. Das ist ihm eine Herzensangelegenheit – bumbum, bumbum.

Die gesamte Gala „Menschen 2017“ gibt es noch einmal zum Ansehen:

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