Meisner verteidigt Papst: „Vorschuss an Barmherzigkeit”

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Kölner Erzbischof Meisner
Der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner vor dem Kölner Dom. Foto: dpa

Köln. Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hat Papst Benedikt XVI. ausdrücklich in Schutz genommen gegen den Protest nach Aufhebung der Exkommunikation eines Holocaust-Leugners.

Die Äußerungen des umstrittenen britischen Bischofs Richard Williamson seien „unglaublich dumm und völlig indiskutabel”, sagte Meisner in der „Kirchenzeitung”. Aufgabe des Papstes sei es, für die Einheit der Kirche zu sorgen oder sie wieder herzustellen. „Das hat der Papst jetzt getan, nicht mehr und nicht weniger”, erklärte der Kardinal nach Mitteilung vom Montag. „Der Papst wollte durch einen großen Barmherzigkeitsschritt den vier Bischöfen entgegengehen.”

Benedikt XVI. hatte die Exkommunikation von Williamson und drei weiteren Traditionalisten, die der Piusbruderschaft angehören, aufgehoben und damit weltweit einen Proteststurm ausgelöst. Meisner betonte, mit diesem Schritt habe der Papst die vier Bischöfe dazu bewegen wollen, wieder in die volle Gemeinschaft der Kirche zurückzukehren. Mit der aufgehobenen Exkommunikation dürften diese nun wie katholische Laienchristen am Glaubensleben teilnehmen, nicht aber als Bischöfe. „Sie dürfen weder als Zelebranten der Messfeier vorstehen noch dürfen sie die Sakramente spenden.”

Der Vatikan sei nicht für die entstandene Spaltung verantwortlich und „schon gar nicht ist er verantwortlich für die schamlose Leugnung des Holocaust durch Bischof Williamson”. Die Priesterbruderschaft müsse ihre Vorwürfe gegen den Papst zurücknehmen, er sei nicht rechtgläubig. „Wer lehramtliche Aussagen ganz oder teilweise ablehnt, kann nicht in der vollen Gemeinschaft der Kirche stehen.” Dem Papst in seinem Einheitsdienst jetzt „theologisch unredliche Motive vorzuwerfen”, sei „unhaltbar”, kritisierte der Kölner Kardinal.
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