Mehr Polizei für den Kriminalitätsbrennpunkt Aachen

Von: Marlon Gego
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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen bekommt in acht Bezirken mit einer besonders hohen Kriminalitätsrate mehr Personal. Das teilte das Innenministerium am Dienstag in Düsseldorf mit. Foto: Oliver Berg/dpa

Aachen/Düsseldorf. Das Aachener Polizeipräsidium soll bis 2018 mehr Personal erhalten. Das teilte am Dienstag das nordrhein-westfälische Innenministerium mit. Außer Aachen sollen auch Präsidien unter anderem in Köln, Düsseldorf und Duisburg verstärkt werden.

Insgesamt sollen 500 Polizisten und 350 Tarifangestellte auf acht Präsidien in NRW verteilt werden. Mit Hilfe der Angestellten sollen Polizisten von Verwaltungsaufgaben entbunden werden. Minister Ralf Jäger (SPD) erwartet, dass so „mehr Polizisten auf der Straße und in den Kriminalkommissariaten“ arbeiten können.

Nach Informationen unserer Zeitung könnten dem Aachener Polizeipräsidium ab Herbst zehn bis 15 zusätzliche Polizisten und zehn bis 15 Tarifangestellte zugewiesen werden. Der Aachener Polizeigewerkschafter Arno Keusch erklärte am Dienstag: „Damit lässt sich schon etwas anfangen.“

Die Verstärkung käme insofern auch den Kreispolizeibehörden in Düren und Heinsberg zu Gute, als die dort begangenen Kapitalverbrechen in aller Regel von der Aachener Polizei bearbeitet werden. Trotzdem kritisierte die CDU am Dienstag im Düsseldorfer Landtag, dass der ländliche Raum wieder einmal benachteiligt werde. Minister Jäger begründet das damit, dass zunächst die Polizeibehörden verstärkt werden, „in deren Zuständigkeit die Kriminalitätsrate höher ist als in anderen Landesteilen“. In der Region sind zur Zeit vor allem Wohnungseinbrüche und Pkw-Diebstähle ein Problem.

Die Aachener Polizei will mit Hilfe des zusätzlichen Personals „gezielt die Kommissariate verstärken und die polizeiliche Präsenz auf der Straße erhöhen“. Die „Bekämpfung der Straßenkriminalität“ werde ebenso intensiviert wie der Kampf gegen die Kriminalität, die „durch die Lage im Dreiländereck“ entsteht, wie Polizeipräsident Dirk Weinspach am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte.

In den nächsten Wochen soll überdies feststehen, wie viele Polizisten in Aachen, Düren und Heinsberg dazu bereit sind, ihre Lebensarbeitszeit zu verlängern. Bislang müssen Polizisten in Nordrhein-Westfalen bis zur Vollendung des 62. Lebensjahres arbeiten. In Kürze soll es Polizisten ermöglicht werden, ihren Dienst bis zu drei Mal um jeweils ein Jahr zu verlängern.

Gewerkschafter Keusch erklärte am Dienstag, dass bei aller kurzfristiger Unterstützung das wichtigste Ziel sei, dauerhaft und jedes Jahr mindestens 2000 neue Kommissaranwärter einzustellen. Dieses Jahr sollen es genau 1920 sein – „so viele wie nie zuvor“, wie Minister Jäger am Dienstag mitteilte.

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