Mehr Krankenhaus-Infektionen in NRW

Von: wg
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Aachen/Düren. Trotz Hygiene-Vorschriften ist die Zahl der Infektionen mit besonders gefährlichen, resistenten Krankenhauskeimen in NRW 2011 um fast ein Drittel gestiegen.

Im 1. Halbjahr wurden landesweit 572 Fälle registriert - im Vorjahreszeitraum wurden 435 schwere Infekte gemeldet.

Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) will morgen im NRW-Gesundheitsausschuss erstmals regionale Zahlen für das Jahr 2010 vorlegen. Nach der unserer Zeitung vorliegenden Liste lagen die Schwerpunkte der Infektionen 2010 in Mülheim (17,3 pro 100.000 Einwohner) sowie Mönchengladbach. Landesweit liegt der Durchschnitt bei 6. In Aachen melden Kliniken 6,9 Fälle pro 100.000 Einwohner, im Kreis Düren 3,0 und in Heinsberg 5,1. Der FDP-Gesundheitsexperte Stefan Romberg kritisiert die mangelnde Kontrolle und Transparenz: „Die Krankenhaus-Hygiene ist oft mangelhaft. Kliniken sollten vor allem Risikopatienten bei der Aufnahme auf gefährliche Keine testen.”

Nach Angaben des Mediziners Romberg sind die Gefahren durch Klinikkeime groß. So infizierten sich bundesweit jährlich 400.000 bis 600.000 Menschen mit nicht meldepflichtigen Klinikkeimen. „Mindestens 15.000 sterben daran”, sagte Romberg. Bisher müssen den Gesundheitsämtern nur besonders schwere Fälle melden, bei denen der Krankheitserreger MRSA nachweisbar ist.

Der FDP-Gesundheitsexperte drängt darauf, dass künftig auch einzelne „problematische” Kliniken öffentlich genannt werden. Außerdem sollten wie in Großbritannien auf Totenscheinen Infektionen registriert werden.
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