Mehr Geld für studentischen Wohnraum

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:
Mehr Studenten an deutschen Unis
Studenten in Wohnungsnot: Auch in Aachen mangelt es an Unterkünftwen. Foto: dpa

Aachen/Düsseldorf. Mit dem Ausbau der studentischen Wohnraumförderung will das Land NRW einer drohenden Wohnungsnot entgegenwirken. Ab dem kommenden Jahr soll das Fördervolumen mit 50 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden, wie Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Bauminister Michael Groschek (beide SPD) am Montag in Düsseldorf ankündigten.

Rund 750 studentische Wohnheimplätze könnten dadurch pro Jahr zusätzlich gebaut werden. Die Opposition kritisiert das Vorhaben als zu spät und planlos.

In diesem Wintersemester kletterte die Zahl der Studierenden in NRW erstmals über die Marke von 600.000. Wenn im kommenden Jahr mit dem doppelten Abiturjahrgang noch einmal mehr junge Leute an die Hochschulen strömen, könnte es nicht nur an den Unis, sondern auch auf dem Wohnungsmarkt eng werden. Schon jetzt werden laut Schulze die Wartelisten für einen Platz in einem Studentenwohnheim „immer länger” und die Preise auf dem Wohnungsmarkt der NRW-Großstädte „immer teurer”. Allein in Aachen habe sich der Wohnraum zwischen 2007 und 2011 um elf Prozent verteuert.

Damit den Studenten auch weiterhin preiswerter Wohnraum zur Verfügung steht, soll das Angebot ausgeweitet werden. Die 50 Millionen Euro will Rot-Grün in Form von zinsgünstigen Förderdarlehen zur Verfügung stellen. Das Geld kommt aus dem Etat von Bauminister Groschek und wird durch Umschichtungen im Wohnungsbauförderprogramm locker gemacht. Neben Studentenwerken sollen auch Wohnungsunternehmen und private Investoren die Mittel abrufen können. Während die Fördergelder spätestens ab Februar 2013 verfügbar sein sollen, rechnet Schulze damit, dass die ersten neu gebauten Wohnheime ein Jahr später bezugsfertig sind.

Vor dem Hintergrund, dass der doppelte Abiturjahrgang bereits im Herbst 2013 an die Universitäten strömt, kritisiert die CDU die Pläne als zu spät. „Die Ankündigung wäre passend gewesen, wenn sie mindestens ein Jahr früher gekommen wäre. Jetzt kommt sie zu spät”, erklärten der hochschulpolitische und der baupolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Stefan Berger und Bernhard Schemmer. Schon seit Jahren sei absehbar, dass der Bedarf an studentischem Wohnraum „massiv steigen wird”.

Die FDP-Fraktion befürchtet, dass es die Umschichtungen zu Abstrichen bei der Wohnraumförderung für kinderreiche und einkommensschwache Familien führen. Bei dem neuen Förderprogramm handele es sich um ein „typisches Beispiel für rot-grünen Aktionismus”, sagte der baupolitische Sprecher Holger Ellerbrock.

Diesem Eindruck will Bauminister Groschek entgegenwirken. Der SPD-Politiker kündigte an, dass die neuen Wohnplätze unter der Prämisse einer „multifunktionalen Nutzung” gebaut werden sollen. Wenn in den kommenden Jahren wie erwartet die Studentenzahlen wieder zurückgingen, könnten die Wohnheime dann zum Beispiel von Senioren bewohnt werden. „Vom Studentenfutter zum Seniorenteller”, sagte Groschek dazu.



Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert