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Mehr als 100.000 besichtigten neue U-Bahn in Düsseldorf

Von: dpa
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Wehrhahn-Linie
Fahrgäste warten im U-Bahnhof "Graf-Adolf-Platz" auf die neue U-Bahn-Linie, die Wehrhahn-Linie. Nach neunjähriger Bauzeit wurde die 843 Millionen Euro teure U-Bahn-Strecke am Samstag in Betrieb genommen. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Düsseldorf. In Düsseldorf ist nach neun Jahren Bauzeit eine mehr als 840 Millionen Euro teure U-Bahn-Strecke in Betrieb genommen worden. Mehr als 100.000 Menschen besichtigten am ersten Wochenende nach Angaben der Stadt die sechs neuen, von Künstlern gestalteten U-Bahnhöfe.

Dank der 3,4 Kilometer langen, bis zu 25 Meter tiefen Röhre müssen sich die Straßenbahnen nicht mehr durch die Düsseldorfer Altstadt quälen.

Jeder U-Bahnhof wurde von Architekten und Künstlern gemeinsam geplant. „Das Ensemble steht der Kunststadt Düsseldorf gut zu Gesicht”, sagte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD).

Am Samstag waren die Fahrten kostenlos. Schon zu Beginn warteten Tausende Menschen an den Bahnsteigen. „Wir schaffen Platz für neue Mobilität”, sagte Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Michael Groschek (SPD). An der Oberfläche entstehe nun Raum für Radfahrer und Fußgänger.

Am Sonntag um 4.36 Uhr startete der reguläre Betrieb. Die neue U-Bahn-Strecke soll täglich mehr als 50.000 Menschen befördern. „Wir müssen sehen, wie die Verkehre, die zusätzlich kommen, organisiert werden”, sagte Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Düsseldorf sei exemplarisch für wachsende Metropolen. Der Bund habe das Projekt mit 280 Millionen Euro unterstützt.

Der Düsseldorf U-Bahnbau war am Ende gut 200 Millionen Euro teurer als geplant. Statt mit 625 schlug er mit 843 Millionen zu Buche.

Schon zwei Monate vor der Eröffnung war in der nagelneuen U-Bahn-Strecke der Wurm drin: Rund 400 Gleisschwellen mussten ausgetauscht werden. In den Eichenbohlen hatten sich Holzwürmer eingenistet. Als Konsequenz wurden die insgesamt 8000 Schwellen der Strecke nachträglich behandelt - aus ökologischen Gründen hatte man darauf zunächst verzichten wollen.

Die Bauarbeiten hatten am 28. November 2007 begonnen. Der 1300 Tonnen schwere Tunnelbohrer „Tuborine” fräste sich durch den Untergrund der Stadt. Arbeiter entdeckten 2012 einen urzeitlichen Mammut-Stoßzahn. Auch Teile alter Festungsanlagen, und eine scharfe Granate aus der Rokoko-Zeit kamen ans Licht.

Um Schäden in der dicht bebauten City zu verhindern, hatte man unter einem großen Kaufhaus unterirdisch mit Salzsole einen großen Eispanzer erzeugt, der ein Absacken des Bodens verhinderte. In Köln waren beim U-Bahnbau 2009 das Stadtarchiv und zwei Wohnhäuser eingestürzt.