Düsseldorf - Medizinmesse Medica im Zeichen der Krise

Medizinmesse Medica im Zeichen der Krise

Von: Frank Bretschneider
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Düsseldorf. Auch die deutsche Medizintechnik spürt jetzt die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise und stellt sich 2009 vor allem wegen gesunkener Exporte auf weniger Umsatz ein.

Die Branche erwartet im Jahresvergleich einem Rückgang um drei Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, wie der Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien (Spectaris) am Donnerstag in Düsseldorf berichtete. Für 2010 hofft man aber bereits auf ein dreiprozentiges Plus. In Düsseldorf findet nächste Woche die weltgrößte Medizinfachmesse Medica mit rund 140 000 Fachbesuchern statt.

Krisenbedingt schrumpfen die Ausfuhren an Medizintechnik in diesem Jahr um sechs Prozent. Zwar bleiben die Exporte damit größter Umsatzbringer, doch fällt die Ausfuhrquote mit 63 Prozent 2009 um drei Prozentpunkte niedriger aus als im Vorjahr. In der ersten Jahreshälfte litten vor allem die Exporte nach Russland (minus 28 Prozent), Spanien (minus 16 Prozent) und Großbritannien (minus 7 Prozent). Das Geschäft mit China (plus 5 Prozent) und dem Nahen Osten (plus 14 Prozent) konnte dagegen ausgebaut werden.

Das Inlandsgeschäft wird 2009 dagegen nicht zuletzt auch beflügelt durch das Konjunkturpaket für den Krankenhaussektor um bis zu zwei Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zulegen, prognostizierte Spectaris. Trotz Krise bleibe die Zahl der Beschäftigten im laufenden Jahr mit rund 98 000 unverändert. „Insgesamt hat sich die Medizintechnik trotz Wirtschaftskrise vergleichsweise erfolgreich behauptet”, bilanzierte Spectaris-Geschäftsführer Sven Behrens.

Parallel zur Medica, auf der vom 18. bis 21. November mehr als 4300 Aussteller aus 60 Ländern Neuheiten rund um eine bessere Versorgung der Patienten vorstellen, findet der 32. Deutsche Krankenhaustag statt. Dessen Veranstalter, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), appellierte an die neue schwarz-gelbe Bundesregierung, die Kliniken als „Wachstumsmotor” zu stärken. „Wir hoffen auf eine neue Vertrauenskultur”, sagte GDK-Geschäftsführer Gerd Norden. Die gesundheitspolitischen Passagen im Koalitionsvertrag deuteten auf eine gute Zusammenarbeit hin. Vor allem das Bekenntnis zur Bedeutung der Arbeitsplätze im Gesundheitswesen sei zu begrüßen. Das lasse hoffen, dass es in der künftigen Gesundheitspolitik nicht nur um Kostendämpfung gehe. Mit einem Jahresumsatz von rund 64 Milliarden Euro und mit mehr als einer Million Beschäftigten seien die 2087 Krankenhäuser ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor.
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