Medizinmesse: Hightech im OP-Saal

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Messe Medica in Düsseldorf
Model Elke führt eine neue OP-Leuchte vor auf der Medizin-Fachmesse Medica in Düsseldorf. Foto: dpa

Düsseldorf. Bei einer Operation erkundet ein Ultraschall gleichzeitig andere Organe des Patienten. Ein tragbarer Minisensor registriert sekundenschnell Stürze oder Herzstörungen von alten Menschen. Hochmoderne Technik im OP-Saal, lebensrettende Kleingeräte sowie verbesserte Hygiene-Methoden stehen im Mittelpunkt der weltgrößten Medizinfachmesse Medica in Düsseldorf.

Vom 17. bis 20. November präsentieren rund 4400 Aussteller aus mehr als 60 Ländern Neuheiten auf dem Gebiet der Medizintechnik, teilten Messe-Sprecher am Donnerstag mit. Zur Eröffnung am kommenden Mittwoch werden auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) erwartet.

Mit der computergestützten Vernetzung von Abläufen in Kliniken können nach Ansicht von Branchenverbänden Behandlungskosten gesenkt werden. Denn während die Betten- und Personalzahl abnehme, stiegen angesichts der alternden Gesellschaft die Anforderungen an die Leistungen der Kliniken.

Viel Potenzial wird sogenannten Hybrid-Verfahren in OP-Sälen prophezeit, bei denen gleichzeitig operiert und diagnostiziert wird. So lassen sich auf Endoskope Ultraschall-Köpfe stecken, mit denen die Ärzte beim Eingriff auch einen Blick auf die umgebenden Organe werfen können. Neu ist auch eine Ultraschalltechnik, bei der Tumore erhitzt und verkocht werden. Der Eingriff kann so präzise erfolgen, dass kein gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird.

Der Arzt auf Visite hat im übrigen künftig nicht mehr nur ein Abhörgerät dabei, sondern für orientierende Einblicke auch gleich ein Mini-Ultraschallgerät in der Tasche. Angesichts der jüngsten Hygieneprobleme in deutschen Krankenhäusern dürften bei der Messe auch Methoden der Reinigung und Desinfektion von Geräten im Blickpunkt stehen. Im Kampf gegen Keime werden unter anderem superflache PC-Tastaturen vorgestellt.

Die Medica wird von rund 560 Ausstellern der Begleitmesse Compamed für medizinische Zulieferprodukte und Rohstoffe ergänzt. Traditionell treffen sich parallel zur Messe außerdem Ärzte und Vertreter der Gesundheitsbranche zum Deutschen Krankenhaustag und zum Medica- Kongress. Der Kongress mit rund 200 Seminaren beschäftigt sich mit Volkskrankheiten wie Tinnitus (Ohrgeräusche), Tumoren, der Behandlung von Fettleibigkeit und Kopfschmerzen.

Unter dem Dach der Medica präsentieren Experten auch Neuheiten der computer- und robotergestützten Chirurgie. Der Chirurg orientiert sich dabei zum Beispiel an dreidimensionalen Modellen des Patienten- Befundes. Und wenn ein Chirurg länger im Urlaub war, kann er seine Handgriffe zunächst im Simulator üben.
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