Massen-Gentest nach Kindermord: Ein Ergebnis noch offen

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Mönchengladbach. 15 Jahre nach dem ungeklärten Mord an der elfjährigen Claudia Ruf aus Grevenbroich steht ein Massen-Gentest kurz vor dem Abschluss.

350 Männer waren um eine DNA-Probe gebeten worden. „Alle haben ihre Speichelprobe abgegeben - ein Ergebnis steht noch aus”, sagte Staatsanwältin Carola Guddat am Donnerstag in Mönchengladbach. Mit dem Resultat des letzten DNA-Abgleichs sei in den kommenden Wochen zu rechnen.

Zunächst hatten zwölf von 350 Männern die Abgabe einer DNA-Probe verweigert. Nach einer gerichtlichen Anordnung hatten die Männer aber ihren Widerstand auf- und die Probe abgegeben. Erst mit Hilfe verbesserter DNA-Analysemethoden konnte an alten Beweismitteln des Mordfalls aus dem Jahr 1996 doch noch Täter-DNA festgestellt werden. Dadurch kamen die Ermittlungen wieder ins Rollen.

Die Mordkommission hat noch einen weiteren Ansatz dazubekommen: Sie überprüft derzeit anhand des Bewegungsprofils des mutmaßlichen Mörders des zehnjährigen Mirco, ob der 45-jährige Olaf H. auch für den Mord an der kleinen Claudia in Betracht kommt.

Die Schülerin war im Mai 1996 spurlos verschwunden und ihre nackte Leiche zwei Tage später rund 60 Kilometer entfernt an einem Feldweg bei Euskirchen entdeckt worden. Die Elfjährige war in Grevenbroich bei Düsseldorf entführt, danach vergewaltigt und erdrosselt worden.

Die Ermittler schließen nicht aus, dass es sich bei ihrem Mörder um einen Serientäter handelt. Wenige Kilometer entfernt war in Düsseldorf drei Monate zuvor die achtjährige Deborah Sassen verschwunden. Auch in Siegen verschwand ein Mädchen.

Die Homepage wurde aktualisiert