Martin-Buber-Plakette für Königin Silvia von Schweden

Von: Udo Kals
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Ein Herz für Kinder, viele Herzen für eine Königin: Bei Besuchen schwappt Königin Silvia von Schweden nicht nur in Deutschland eine Welle der Begeisterung entgegen. Am 25. November wird sie in Kerkrade und Herzogenrath erwartet. Foto: dpa

Kerkrade. Die illustre Reihe der Träger der Martin-Buber-Plakette von Altkanzler Helmut Schmidt, über den sowjetischen Reformpolitiker Michail Gorbatschow bis zu Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow wird um einen prominenten Namen reicher.

 Königin Silvia von Schweden erhält am 25. November die Auszeichnung. Dies teilten die Organisatoren am Mittwochvormittag mit.

Freunde der europäischen Adelshäuser sollten sich den 25. November rot im Kalender anstreichen und vielleicht schon einmal die blau-gelben Fähnchen bereitlegen. Denn in fast genau acht Monaten wird Königin Silvia von Schweden in der Region erwartet, um in der Abtei Rolduc in Kerkrade die Martin-Buber-Plakette in Empfang zu nehmen. Ein Besuch der Burg Rode in Herzogenrath zuvor war für die Preisträger in der Vergangenheit obligatorisch, um mit Schülern bei der Veranstanstaltung „Jugend im Dialog“ zu diskutieren.

Ein passender Termin für die Königin. Schließlich hat sie ein Herz für Kinder. Und so ehrt die niederländisch-deutsche Euriade-Stiftung das Engagement der 70-Jährigen zum Schutz von Straßenkindern, sexuell missbrauchten und von Gewalt betroffenen Mädchen und Jungen sowie gefährdeten Familien. Im Mittelpunkt steht dabei die von ihr und 14 Mitgründern 1999 ins Leben gerufene World Childhood Foundation (Welt-Kindheit-Stiftung), die „Ausbildungsstätten fördert und den Kampf gegen Kinderhandel und Kinderpornografie unterstützt“, teilte am Mittwochmorgen Werner Janssen mit, Vorsitzender der niederländisch-deutschen Stiftung Euriade, die die Auszeichnung vergibt.

Das ist beileibe nicht die erste Auszeichnung für Königin Silvia. Erst im vergangenen Februar erhielt sie in Dresden einen Orden für ihr soziales Engagement. Bereits 1990 erhielt sie für ihren Einsatz den Deutschen Kulturpreis, 2002 den Deutschen Medienpreis und 2006 den Ehren-Bambi. 2009 ist die Monarchin für ihr Engagement für misshandelte und benachteiligte Kinder mit dem Courage-Preis in Bad Iburg bei Osnabrück ausgezeichnet worden. Und das sind nur einige der internationalen Auszeichnungen. Insgesamt ist sie Schirmherrin von mehr als 60 Wohltätigkeitsorganisationen. Auch eine Stiftung für demenzkranke Menschen hat die Monarchin ins Leben gerufen.

Im Zentrum stehen für die schwedische Königin die Kinder – nicht nur ihre beiden Töchter Victoria und Madeleine, ihr Sohn Carl Philip und die beiden Enkeltöchter Estelle und Leonore. Vor allem widmet sie sich in Not geratenen Jungen und Mädchen. Das Elend, das sie in ihrer Kindheit in Südamerika gesehen hat, geht ihr nicht aus dem Kopf. Ihre königlichen Pflichten sieht sie später vor allem auch darin, denen zu helfen, die nicht so viel Glück haben wie sie.

Mit der Zeit sei sie in das Thema hereingewachsen, sagte sie jüngst in einem Interview. „Ich bin ja viel gereist, habe viel gesehen. Die Sorgen, die Tragödien der Kinder. Ich habe mit Menschen gesprochen, die sich solcher Fälle annehmen und gemerkt, wie schwierig es ist, die Aufmerksamkeit auf das Problem von sexuellem Missbrauch zu ziehen. Da wollte ich gern helfen.“

Die Stiftung organisiert keine eigenen Projekte, sondern tritt weltweit stets als Partner nationaler, regionaler oder lokaler Organisationen auf. In dieser Rolle hat die World Childhood Foundation nach Angaben der eigenen Homepage allein in den ersten zehn Jahren rund 500 Projekte mit umgerechnet mehr als 32 Millionen Euro unterstützt.

In Deutschland reichen die Projekte von der Hilfe für traumatisierte Flüchtlingskinder in Berlin, über die Beratungsstelle für von Beschneidung betroffenen Frauen mit Sitz in Düsseldorf bis hin zur Unterstützung von Jungen und jungen Männern in Berlin, die von sexueller Gewalt und Ausbeutung betroffen oder bedroht sind. Ob in Deutschland, Brasilien, China, Thailand oder Südafrika: Nach Stiftungsangaben besucht die Monarchin viele Projekte selbst – und erfährt Bestätigung: „Die Kraft, die Kinder entwickeln, wenn sie Hilfe bekommen, ist ein Wunder.“

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